Tracedawn - Lizard Dusk

tracedawn albumLabel: Drakkar/Sony

Spielzeit:

Genre: Melodic Death Metal

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VÖ-Datum: 17. Februar


Das dritte Album einer Band ist stets mit dem Satz „Make it or break it" verbunden. Entweder man hat es mit diesem Silberling geschafft oder sollte es lieber bleiben lassen und wieder einer geregelten Arbeit nachgehen. Ob diese Hürde mit dem am 17.2. erscheinenden „Lizard Dusk" für Tracedawn zu schaffen sein wird? Um es in des Kaisers Worten zu sagen: „Schau'n mer mal."

In der Vergangenheit konnten die Jungs aus Finnland mit den veröffentlichten Alben „Ego Anthem" und „Tracedawn" gute Kritiken und Erfolge einfahren und somit bin ich doch schon gespannt, womit meine Gehörgänge gleich durchgepustet werden. Tracedawn hampeln nicht lange herum, sondern geben von Beginn an Hackengas und knallen in druckvollen, knackigen Sound gewandet den ersten Hassbatzen („Arabian Nights") Richtung Zuhörer. Nicht von schlechten Eltern - vor allem die fiesen Growls vom neuen Sänger Niko können sehr überzeugen. Sie erinnern mich sehr stark an Jan-Chris de Koyer (Gorefest), wem das noch etwas sagt. Das Gros der weiblichen Fans wird eher auf den sehr „emotional" vorgetragenen Refrain von Tuomas steil gehen. Für jeden also etwas dabei - auch für die Keyboard-Freunde. Die Keys werden nämlich auf „Lizard Dusk" nicht nur unterstützend eingesetzt, sondern spielen schon eine nicht unüberhörbare Rolle im tracedawnischem Songwriting - Children of Bodom lassen grüßen.

Tracedawn schaffen es, den mit „Tracedawn" und „Ego Anthem" eingeschlagenen Pfad fort zu schreiten - auch wenn er bereits sehr ausgetreten ist - und ihn mit poppigen, auf Mainstream gebürstete Melodien auszukleiden. Doch wirklich überzeugen können sie mich leider nicht. Sie spielen zwar auf wirklich hohem Niveau, „Lizard Dusk" weist aber meiner Meinung nach keinen richtigen Knallersong auf. „Nothing and Nowhere" ist für mich zum Beispiel sogar ein Totalausfall, versuchen Tracedawn hier so etwas wie Easy-Listening oder Jazz mit einfließen zu lassen, was mehr verstört als begeistert - harter Tobak! Die stärksten Songs sind noch das Doppelpack zu Anfang der Scheibe „Arabian Nights" und „Breed Insane", das auch als erste Single inkl. Video ausgekoppelt wurde. Da wurde bereits eine schlaue Auswahl getroffen...die restlichen Songs sind OK, aber relativ durchschnittlich. Sie plätschern beim Hören so dahin, reißen aber nicht mit.

Zusammenfassend lässt sich zu „Lizard Dusk" sagen, dass der neue Sänger Niko Kalliojärvi
wirklich überzeugen kann und über jeden Zweifel erhaben ist. Mich stören aber der übertriebene Einsatz von Keyboards und die auf Teufel komm raus versuchte Anbiederung an den Mainstream. Das ältere Material war einfach zwingender und in sich schlüssiger - ich sage nur „In your name".
Ich sehe hier Parallelen zu Sonic Syndicate. Nicht musikalisch, sondern in der Ausrichtung. Es werden Positionen neu besetzt und alles Richtung Pop/Mainstream gepusht. Dieses Vorgehen wird bestimmt mehr Airplay und allgemeine Aufmerksamkeit bringen, ob sie sich und ihren „alten" Fans damit aber einen gefallen tun steht auf einem anderen Blatt. Aber dafür heißt es ja auch schließlich „Musik-Business"...Um auf meine Eingangsfrage zurück zu kommen: Ich denke Tracedawn können mit dieser Scheibe ihren Status behaupten und bestimmt den einen oder anderen zusätzlichen Fan gewinnen, somit sollten sie die Hürde genommen haben denke ich. Nicht unbedingt elegant, aber drüber ist drüber.

Jeder der bereits die alten Tracedawn-Scheiben besitzt oder auch der gemeine Children-of-Bodom-Fan darf hier getrost zugreifen, alle anderen sollten vorher ein Ohr riskieren.

Thomas Engel

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Tracklist:

Arabian Nights [03:15]
Breed Insane [03:53]
Sick Fire [03:55]
The Crawl [05:31]
You're Fired! [03:54]
Machine [04:39]
Nothing And Nowhere [04:49]
Thanks For Asking, I'm Just Obsessed [04:33]
Taught My Eyes To Lie [05:03]

 
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