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Cut Up im Interview

Alte Szene-Hasen gründen eine neue Band. Das ist so besonders ja eigentlich nicht und auch des Öfteren voll in die Hose gegangen. Nicht so bei Cut Up!! Hier treffen die vier Herren voll ins Schwarze und schmettern uns eines der geilsten Death Metal Alben dieses Jahrs um die Ohren. Mal schauen, was Sänger und Bassist Erik Rundqvist uns so zu erzählen hat.

cut up interview

(Bildquelle: Metal Blade)

Grüße nach Schweden! Wie geht´s Dir Erik?

Hey, alles läuft gut, danke! Wir hatten gerade unseren ersten Live-Gig mit Cut Up diesen Freitag und es lief besser, als wir es jemals erwartet hätten, es war bombastisch! Wir haben übrigens mit Puteraeon und Nifelheim gespielt.

Cut Up besteht zur Hälfte aus Ex-Vomitory Mitgliedern. Ist es trotzdem eine neue Band, oder eher eine Art Fortsetzung von Vomitory?

Es ist eine neue Band. Als Tobias und ich die beiden anderen Jungs (Anders Bertilsson (Ex-Coldworker) und Andreas Björnsson von Fetus Stench) fragten, ob sie zu uns kommen und eine neue Band starten und entwickeln wollten, stellten wir von vorneherein klar, dass dies ein ganz neues Projekt sei, das nichts mit Vomitory zu tun habe. Natürlich hört man hier und da noch Vomitory heraus, aber nicht bewusst. Wenn Du aber eine bestimmte Art von Death Metal für über 20 Jahre gespielt hast, ist es schon schwierig dies komplett auszuklammern. Aber dass Andreas den größten Teil der Musik schreibt (und er war ja nie bei Vomitory) hilft uns, Songs und Riffs in einer anderen Weise als bisher zu schreiben.

Warum hat sich die Band eigentlich damals aufgelöst?

Nun, nach einer so langen gemeinsamen Zeit gibt es nicht nur einen oder zwei Gründe, die dazu führen, dass eine Band die wichtigste Entscheidung überhaupt trifft, es kommen eine Menge Gründe zusammen. Für uns war die größte Sache die Zeit, wir hatten alle verschiedene Auffassungen darüber, wie viel Zeit man der Band opfern sollte. Es ist einfach schwierig, auf einem bestimmten Level zu sein, was Touren und Aufnahmen angeht, wenn nicht jeder die gleiche Menge Zeit aufwenden kann, es wird sogar immer schwieriger. Von daher haben wir die Entscheidung getroffen, es wäre besser einen sauberen Schnitt zu machen, als weiter zu machen und Mitglieder auszutauschen, oder wie es bei anderen Bands passiert nicht mehr miteinander reden. Auf diese Weise sind wir alle immer noch gute Freunde!

Wie lang hat es gedauert, dass Tobias und Du Euch entschieden habt zusammen auch weiter Death Metal zu spielen?

Gar nicht so lange. Wir waren schon bei Vomitory auf einem gemeinsamen Level und wollten auf Tour und so viel wie möglich live spielen. Deshalb haben wir nur zwei Monate nach dem Abschiedskonzert von Vomitory Pläne gemacht, die nun mit Cut Up verwirklicht wurden

Wie habt Ihr Eure neuen Mitstreiter gefunden? Kanntet Ihr Euch schon vorher?

Ja, Anders hat ein paar Mal bei Vomitory ausgeholfen, wenn einer der Gitarristen nicht konnte und wir haben mit seiner alten Band auch schon mal zusammen live gespielt. Andreas kennen wir aus der Metal Szene in unserer Heimatstadt und wir haben vor einigen Jahren auf einer Release Show seiner anderen Band Fetus Stench. Deshalb wussten wir, was uns erwartet, als wir die beiden fragten ob sie bei uns einsteigen wollen. Beide sagten sofort „Ja“, so lief das Ganze recht geschmeidig ab.

cut up coverMeiner Meinung nach klingt Cut Up anders als Vomitory. Würdest Du mir da zustimmen? Und wenn ja, was könnten die Gründe dafür sein?

Ja, da stimme ich Dir zu und wie ich bereits sagte, war der Plan nicht nach Vomitory zu klingen, aber wir hatten gar keinen bestimmten Stil im Kopf. Wir haben einfach ein paar Riffs und Songs geschrieben und das ist halt dabei herausgekommen. Seitdem Andreas sieben Songs, Anders zwei und Tobias nur zwei geschrieben haben, musste der Stil ja anders werden als bei Vomitory, wo Tobias fast 90% der Sachen geschrieben hat. Und das ist auch gut so, nun haben wir unseren eigenen Stil, mit dem wir jetzt fortfahren können, neue Songs zu schreiben und aufzunehmen und ihn hoffentlich im Laufe der Zeit weiterentwickeln können. Wir haben uns beim Sound keinerlei Grenzen gesetzt, so habe ich keine Vorstellung darüber, wohin es uns beim nächsten Album treiben wird.

Seid Ihr selber zufrieden mit dem Album?

Oh ja, sehr sogar! Ich denke es ist eine gute Mischung aus schnellen und heavy Riffs, von denen eine Menge sehr eingängig ist. Der Sound ist großartig, eher Old School als „clean“ – deshalb sind wir äußerst zufrieden damit, wie sich alles entwickelt hat.

Was kannst Du mir über die Texte sagen? Wer hat sie geschrieben?

Ich habe die Texte für neun Songs geschrieben, und Andreas für zwei. Die Texte auf diesem Album drehen sich meisten darum, Menschen zu häuten und sie alle zu schlachten, hahaha!!! Unsere erste Idee war es, ein Konzeptalbum zu schreiben, über einen Typen, der total verrückt wird und seine gesamte Nachbarschaft abschlachtet. Aber es stellte sich heraus, dass es ziemlich schwierig ist, eine Story zu entwickeln und diese dann an die Songs anzupassen, wenn wir diese noch gar nicht aufgenommen haben und gar nicht wissen, in welcher Reihenfolge sie auf das Album sollen. So haben wir zufällige Texte geschrieben, aber ich glaube abgesehen von zwei Songs geht es mehr oder weniger um dasselbe Thema.

Im Moment ist Death Metal (gerade hier in Deutschland) wieder sehr angesagt und viele junge Bands spielen den typischen schwedischen Death Metal der frühen Neunziger. Was hältst Du davon?

Ich denke, es ist mittlerweile erledigt und die Bands sollten lieber versuchen, ihren eigenen Stil zu finden, als andere Bands zu kopieren. Es ist ok, wenn es um den Sound geht, aber nicht um den Stil. Wir haben das Gleiche hier in Schweden, eine Menge junger Bands wollen so klingen wie die alten, aber am Ende schaffen es nur wenige, daraus etwas Neues und Interessantes zu kreieren. Auf der anderen Seite ist es besser, nach einem bestimmten Stil zu klingen, als gar nicht zu spielen. Hoffentlich können diese Bands dann später ihren Stil verändern und ihr eigenes Ding durchziehen, nachdem sie ein paar Jahre gespielt haben. Das ist etwas, was wie ich glaube gut bei Cut Up ist, denn bislang hat noch niemand gesagt, wir würden wie diese oder jene Band klingen. Natürlich werden wir mit Vomitory verglichen, aber ich hoffe nur jetzt in der Anfangszeit.

Was hörst Du so privat für Musik? Nur vom Härtesten?

Ich höre Heavy Metal und härteres. Jetzt wo ich darüber nachdenke schon mein ganzes Leben lang. Natürlich kommt und geht das, manchmal höre ich mir ausschließlich Black und Death Metal oder so was an und dann gibt es wieder Zeiten, in denen ich nichts anders höre als Iron Maiden oder King Diamond und das für gut zwei Wochen. Aber meistens höre ich beim Fahren Musik und dann drücke ich einfach die Shuffle Funktion an meinem iPod und habe einen netten Mix aus all dem Zeug und den Bands, die ich mag.

Das Cover Eures Albums ist brillant. Wer hat es entworfen?

Das war Lukasz Jaszak, ein polnischer Typ, der auch schon das letzte Vomitory Cover gemacht hat. Wir mögen seine Kunst sehr und gaben ihm einige Vorgaben und den Text unseres Titeltracks und womit er dann ankam war echt brillant und traf genau unsere Vorstellungen. Brutal, aber trotzdem „clean“ und es beschreibt genau das, wofür Cut Up steht.

Was sind die nächsten Pläne für Cut Up? Kommt Ihr vielleicht dieses Jahr nach Deutschland, um live zu spielen?

Hoffentlich, wir planen im Moment so viele Shows wie nur irgend möglich zu spielen. Wir würden gerne eine Tour diesen Herbst/Winter durchziehen und nächsten Sommer so viele Festivals wie es geht. Deutschland war immer gut zu uns in der Vergangenheit und ist eins der größten Metal-Länder dieses Planeten, deshalb würden wir uns sehr freuen, unseren Death Metal auch wieder bei Euch zu verbreiten!

Die letzten Worte gehören Dir!

Vielen Dank für die Chance gehört zu werden und für Deine Zeit diese Fragen vorzubereiten. Wir hoffen, Euch irgendwo, irgendwann live zu sehen, dieses oder nächstes Jahr und wenn Ihr Euch noch kein Exemplar von Cut Ups „Forensic nightmare“ Album geholt habt – dann macht es jetzt!!
Cheers Erik

Besten Dank für die Beantwortung meiner Fragen!

Christian Hemmer

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