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Interview mit ArtWars-Mediadesign

In kaum einem anderen Genre spielt das Coverartwork so eine große Rolle wie im Metal mit all seinen Schattierungen. Während es bei Megasellern im Popbreich völlig ausreicht, ein simples Helene Fischer Foto auf das Album zu klatschen und damit die Downloadcharts von hinten aufzurollen, sieht das im Metal völlig anders aus. Das Coverartwork soll den geneigten Hörer beim durchwühlen von Plattenregalen im Laden eine grobe Richtung geben, was einem bei Band XY ungefähr erwartet. Ich kenne Leute, die sich schon Platten alleine aufgrund des großartigen Artwork zugelegt haben, und auch ich muss zugeben, dass das Plattencover von Iron Maidens „Seventh Son Of A Sevents Son“ mich im Releasejahr 1988 (das jahrelang in unserer örtlichen Karstadt-Filiale in der Musikabteilung hing, die Älteren werden sich erinnern) nachhaltig beeindruckt hat. Obwohl ich damals mit acht Jahren noch zu jung für diesen ganzen Kram war, und es bestimmt noch vier weitere Jahre gedauert hat, bis ich eben jene Scheibe kaufte, aber das Cover blieb mir schon damals im Gedächtnis.
An dieser Stelle möchte ich Euch Marc Niederhagemann vorstellen. Seines Zeichens Sänger und Gitarrist der Death Metaller Lifeless und eben auch Artworkdesinger, vornehmlich für Kapellen, die im Death Metal zuhause sind.

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Moin Marc. Ich hoffe, du nimmst dir etwas Zeit, legst eine coole Platte auf und öffnest dir ein Bier. Stell dich doch mal vor, wer bist du genau, was kannst du und weshalb soll ich dieses Interview mit dir machen?

Ok, Bier ist offen, Mucke läuft... kann losgehen, haha. Vielen Dank für die Gelegenheit, ein paar Fragen für XXL-Rock beantworten zu dürfen. Also, ich bin ein mittlerweile 40 Jähriger Metalhead und freiberuflicher Künstler aus Dortmund/NRW, der unter dem Banner "ArtWars-Mediadesign" Illustrationen und Grafikdesign anbietet. Hauptsächlich im Metalbereich. Außerdem bin ich Sänger/Gitarrist bei der Death-Metal-Kapelle LIFELESS.

marcWie bist du darauf gekommen, Artwork-Künstler zu werden? Was hat dich beeinflusst und hast du eine Ausbildung dafür genossen, oder bist du der klassische Autodidakt?

Nun, ich hab schon als Kind viel gezeichnet und als ich als Teenie anfing Metal zu hören, war ich natürlich total begeistert von all den tollen Coverartworks. Ich konnte mich stundenlang in detailreichen Covern von Maiden & Co. verlieren. Ich hab das Zeichnen dann aber erst mal aus den Augen verloren und mein Leben nahm eine andere Richtung. Als ich dann 2008 eine Ausbildung zum Mediengestalter machte, überlegte ich halt, was ich am besten anstellen sollte, wenn die Ausbildung abgeschlossen ist. Da ich ja zu der Zeit schon bei Lifeless spielte, dachte ich mir, es wäre doch cool das Hobby und den Beruf zu verbinden und nicht nur als Musiker, sondern auch als Cover-Künstler und Grafiker in der Szene aktiv zu sein. Ich hab zwar, wie gesagt, eine Ausbildung zum Mediengestalter, bin aber, was das Zeichnen und Malen angeht, Autodidakt.

Was macht für dich ein gutes Coverartwork aus?

Uh, schwere Frage. Wie bei jeder Kunstform geht es meiner Meinung nach um Emotionen. Ein gutes Cover sollte in einem was auslösen. Etwas in deinem Inneren berühren. Genauso wie ein guter Song, ein gutes Buch oder ein Gemälde etc. Das ist natürlich nie objektiv und daher gibt es da auch keine wirkliche Antwort drauf, denke ich. Man könnte höchstens aus technischer Sicht das ein oder andere subjektiv beurteilen. Man betrachtet Artworks ja logischerweise mit anderen Augen, wenn man selber Künstler ist. Man sieht dann schon, was der andere hätte anders machen können, oder was er super umgesetzt hat. So ist die Kunst der anderen auch immer Inspiration und Lehrstück.

Wie lange brauchst du durchschnittlich für ein vollfarbiges, detailreiches Artwork? Wie aufwendig ist eigentlich die Gestellung eines CD-Booklets, was du ja auch anbietest?

Das Variiert sehr stark von Fall zu Fall. Ich kann grundsätzlich nichts im Akkord herunterreißen und in manchen Fällen muss ich das ganze zwischendurch auch mal ein paar Tage zur Seite legen. Es ist halt Kunst und keine Fließbandarbeit, haha. Umso länger die Band mir Zeit gibt, desto besser. Aber manchmal gibt´s halt Deadlines und dann muss eben alles zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein. Manche Aufträge gehen auch ganz schnell und easy von der Hand und sind recht schnell abgeschlossen. Es kommt auch immer auf die Band an. Manche lassen einen einfach machen und andere reden einem ständig rein und wollen viele Änderungen. Das verzögert den gesamten Prozess dann natürlich auch. Und meistens ist es ja auch so, dass ich mehrere Aufträge parallel bearbeite. Da geht es dann bei der Fertigstellung auch nach Dringlichkeit.
Die Gestaltung eines Layouts ist auch sehr unterschiedlich, was den Aufwand betrifft. Manche Bands wollen das bewusst ganz simpel haben und dann ist es natürlich relativ schnell gemacht. Aber meistens versuche ich auf Grundlage des Artworks da schon künstlerisch was zu kreieren. Auch hierbei ist es wieder sehr von Vorteil, soviel Freiraum wie möglich zu haben. Aber viele Bands haben auch da sehr strikte Vorstellungen und Ideen.

skull scan smallWomit zeichnest du? Alles mit der Hand, oder nutzt du Photoshop oder andere Tools?

Ich arbeite hauptsächlich in Photoshop. Das ist einfach am praktischsten und Änderungen sind schneller und einfacher machbar, als auf einem nichtdigitalen Medium. Und mit den heutigen Pinseln, die einem dort zu Verfügung stehen, ist das Malen und Zeichnen eigentlich komplett ebenbürtig zu klassischen Medien. Ich nutze ab und zu aber auch Stift und Papier und will bald auch in Acryl arbeiten.

In erster Linie (aber eben nicht nur) kennt man Deine Coverartworks von Bands, die auf FDA Records unter Vertrag stehen. Wenn Bands kein eigenes Cover mitbringen, zeichnest Du dann speziell das Coverartwork, oder können sich die Bands aus deinem Katalog geeignete fertige Bilder aussuchen?

Eigentlich kennt man im Falle von FDA Records hauptsächlich meine Layout-Arbeiten, denn fast jedes Layout der Releases dort ist von mir, haha. Cover-Artworks habe ich für FDA bisher nur eine Handvoll gemacht, weil die meisten Bands einfach schon Artworks mitbringen.
Prinzipiell biete ich meistens eine kleine Zahl fertiger Arbeiten, aus denen man auswählen kann, oder ich erarbeite etwas individuelles. Das ist eigentlich größtenteils der Fall. Die meisten Bands wollen etwas exklusives und haben schon gewisse Vorstellungen, in welche Richtung es gehen soll.

Wie schaut generell deine Arbeit für FDA aus? Bist du direkt bei Rico angestellt bzw. kannst du davon leben?

Nein, ich bin nirgends angestellt. 100% Freiberufler, haha. Im Falle von FDA bin ich sozusagen der "Hausgrafiker", der für die ganze grafische Abwicklung verantwortlich ist. Das ist für jedes Label ratsam, da jemanden für zu haben, denn im Produktionsprozess kann so einiges schiefgehen und man muss schon alles für die entsprechenden Druckereien exakt vorbereiten und anliefern. Dafür bin ich halt verantwortlich. Und der übrige Grafikkram, der so anfällt. Merchdesign, Mock-ups, Werbung etc. Das alles aber eben als freier Mitarbeiter sozusagen...

artilleryNicht nur FDA Records-Kapellen benutzen deine Werke, sondern auch viele weitere. Die dänischen Thrasher Artillery zum Beispiel, die ja schon ewig und drei Tage in der Szene unterwegs sind. Wie kam da die Zusammenarbeit zustande?

Ganz klassisch, durch einen Bekannten von mir, der die Jungs kennt. Sie hatten ihn angehauen, ob er einen Künstler für deren Album zur Hand hätte und er schlug mich vor. Wir waren uns dann recht schnell einig und ihnen gefiel meine Idee fürs Cover. Sehr entspannte Zusammenarbeit. Würde gerne wieder für sie arbeiten. Überhaupt sind größere Acts oft viel entspannter. Die Zusammenarbeit mit Master war zum Beispiel auch total easy.

Generell arbeitest du mit vielen Death-Metal-Bands zusammen, was sich bei deinem Stil ja auch anbietet. Wärest du generell offen für andere Genres, oder nimmst du nur Aufträge an, auf die du auch wirklich Bock hast?

Ich bin prinzipiell erst mal offen für alles eigentlich. Aus künstlerischer Sicht sind gerade Sachen, die man nicht täglich macht interessant. Totenschädel male ich dir mittlerweile wohl schon im Schlaf, haha. Obwohl mir das auch weiterhin total Spaß macht. Das war jetzt nicht negativ gemeint. Bin ja selber Death Metaller und liebe so was einfach. Trotzdem würde ich nicht alles machen. Wenn ich z.B. abschätzen kann, dass das, was gewünscht ist überhaupt nicht qualitativ gut genug durch mich umsetzbar ist, würde ich lieber direkt ablehnen. Man ist nicht an jedem Punkt technisch gut genug für alles, weil das ein ewiger Lernprozess ist. Auch bei zu sexistischer Gewaltdarstellung, wie sie im Brutal Death Metal-Sektor ja oft vorkommt, bin ich skeptisch und würde nicht alles machen. Es ist eben immer eine Einzelfalleinschätzung.

asphyx shirt2016Ist es schon einmal vorgekommen, dass eine Band von dir ein Artwork haben möchte, du diese Band aber partout nicht ausstehen kannst bzw. diesen Auftrag lieber ablehnen möchtest?

Bisher nicht. Wobei es sicherlich so einige Bands gibt, bei denen ich das so empfinden würde, hahaha. Aber auch wenn ich subjektiv deren Musik nicht mag, kann das, was sie als Artwork wollen trotzdem eine reizvolle Herausforderung sein.
Anders wäre das bei einem ideologischen Hintergrund den ich grundsätzlich ablehne. Darüber könnte ich nicht hinwegsehen und würde ablehnen.

Du hast oft wiederkehrende Themen (düstere Landschaften, Friedhöfe und eine Vorliebe für Totenschädel), seit letztem Jahr hast du einige schwarz/weiß-Motive gemacht, die nun unter anderem auf Shirts von Dawn of Disease oder Morbitory gelandet sind oder auch auf der Homepage von diesem gewissen XXL-Rock grinsen. Du hast mir mal erzählt, dass du lediglich Skizzen von diesen Bilder auf Facebook gepostet hast und sofort Anfragen von Bands bekommen hast. Meinst du, dass du das in Zukunft weiterausbauen wirst?

Das stimmt. Ich hatte während meines Urlaubs ein paar s/w Bilder in Arbeit und hab während des Entsehungsprozesses Bilder davon gepostet. Diese Bilder wurden alle sofort gekauft, obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch gar nicht fertig waren, hahaha. Ich hab wohl einfach Glück gehabt, dass es gerade ein paar Bands gab, die genau so was zu der Zeit suchten. Die haben dann direkt zugeschlagen. Aber so was kann man ja eh nicht erzwingen. Manche Sachen liegen auch einfach erst mal rum, bis sie vielleicht mal jemand gebrauchen kann. Wie gesagt, die meisten wollen eh was exklusives nach ihren Vorstellungen.

Hast du selber einen Lieblingskünstler?

Klar, so einige! Im Metalbereich sind das u.a. Dan Seagrave (vor allem die Sachen aus den 90ern - absolut Kult!), Andreas Marschall, Mark Riddick, Nekronicon (Daniel Corcuera), Eliran Kantor, Nick Keller, Toshihiro Egawa, Kristian Wahlin (Necrolord), Ola Larsson, Wes Benscoter...
Im Nicht-Metal-Bereich u.a. Daarken, Kekai Kotaki, Karl Kopinski, Raymond Swanland, Adrian Smith (nein, nicht der Maiden Gitarrist, haha), Peter Mohrbacher und noch so einige...

lifeless  the occult mastery cover WEBDu zeichnest nicht nur, sondern brüllst auch bei Lifeless ins Mikrofon und bist folgerichtig auch für das Coverartwork zuständig. Wie wichtig ist dir in diesem speziellen Fall das Cover? Geht das Songwriting dabei einher, oder nimmst Du einfach ein Bild, was cool ist und ihr nützt das dann als Cover?

Das ist mir in dem Fall besonders wichtig und ist immer mit den Lyrics abgestimmt. Besonders beim neuen Album hab ich mir sehr lange sehr viele Gedanken gemacht und die Themen der Texte symbolisch ins Artwork einfließen lassen. Das war auf jeden Fall bisher eins meiner längsten Projekte von der Umsetzung her.

Stell dir vor, Mark Riddick oder Dan Seagrave mailen dich an und meinen, dass man mit dir gut Biertrinken kann, eure Musik der Hammer ist und bieten an, das Coverartwork abzuliefern. Wärst du dafür offen oder muss ein Lifeless Album unbedingt ein Artwars-Mediadesign haben?

Das wäre nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber dennoch höchst unwahrscheinlich, weil ich einfach am besten das umsetzen kann, was ich auch in meinen Lyrics ausdrücken will. Und noch dazu spart das eine Menge Geld, wenn ich das mache, hahaha.

Wo wir schon mal beim Thema sind, wie schaut es dann da mit einem neuen Album aus?

Alles fertig! Kommt im Juli (CD, DIGI, Download), bzw. im August (LP).

JBD coverWelches Artwars-Mediadesign Motiv findest du richtig gelungen und welche Plattencover anderer Künstler findest du zum niederknien?

Das neue Lifeless Cover ist definitiv eine meiner besten Arbeiten bisher. Aber auch das Tourshirt-Design für Asphyx von 2016, oder das Cover für die kommende Just Before Dawn Scheibe finde ich sehr gelungen. Aber das selber einzuschätzen ist ja eh so eine Sache...
Zum Niederknien? Zu viele, haha...

Wichtigste Frage zum Schluss: mit welcher Biermarke kann ich dich am meisten beeindrucken?

Dortmunder Hövels!

Sven Meier

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www.facebook.com/artwars.mediadesign
www.facebook.com/lifelessofficial

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