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Aktuelle Seite: StartseiteKonzert BerichteThrash-Abend in Itzehoe

Wacken Open Air 2013

wacken 2013 souldoutEs ist das erste August-Wochenende 2013 und treue Metalheads nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, wissen was das bedeutet: Das WOA öffnet wieder einmal seine Pforten und lässt die Meute los. Über 100 namhafte und nicht so namhafte Bands stehen auf den Brettern, die die Welt bedeuten und lassen mit ihrer Musik 85.000 Köpfe kreisen! Einer von denen war meiner!

Doch ich fange mal beim Anfang an. Der Startschuss fiel am Hauptbahnhof Dortmund, wo ich eine ca. 4,5 Stunden-Zugfahrt mit „ganz normalen Menschen" vor mir hatte, die mich beim Einsteigen schon etwas seltsam anschauten, aber überraschender Weise wussten, wo ich hin wollte. Medienpräsenz sei Dank!

Naja, angekommen in Itzehoe nahm die „Odyssee" ihren Lauf: Anstellen für ein Shuttle-Bus-Ticket ... nach gefühlten Stunden sitze ich in dem völlig überfüllten Shuttle-Bus und lasse mich ins Dorf schaukeln. Am Checkpoint angekommen schultere ich meinen Seesack und stürzte mich ins Getümmel. Da ich ja von der Presse bin, kann ich nicht an jedem Checkpoint einchecken, sondern muss zu einem speziellen, der natürlich am anderen Ende des Dorfes ist – das wusste ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht! Nach mehrmaligem Nachfragen bei diversen Stewards und eifrigem Studium des Straßenplans dämmerte es bei mir so langsam – dieser Weg wird kein leichter sein! Immer schön gegen den Strom und freundlichen Hinweisen zum Trotz, dass ich doch in die falsche Richtung gehe, fand ich irgendwann den richtigen Eingang und befand mich im „Holy Wackenland"! Flugs mit meinem mich schon erwartenden Kollegen Marcel unser Zeltlager aufgeschlagen, konnte das Festival losgehen! Wacken, wir sind bereit!

Wie jedes Jahr geben Skyline den offiziellen Startschuss und was soll man nach 24 Jahren noch viel dazu schreiben?! Alles beim Alten, namhafte Gastmusiker und alle feiern die Urgesteine, dann kam schon die erste Überraschung des WOA 2013 – Annihilator! Selten habe ich eine Band mit solcher Freude und Spaß bei der Sache gesehen. Alte wie auch neue Songs wurden zum Besten gegeben und zum frühen Nachmittag ging schon ordentlich die Post ab – sehr geiler Auftritt!

Als nächstes hatten wir DIE Urgesteine des Hardrock auf unserem Zettel – Deep Purple. Ein sehr souveräner wenn auch an manchen Stellen langatmiger Auftritt wurde dem Publikum präsentiert, der seinen (meinen) Höhepunkt im Klassiker „Smoke on the water" fand, der mir buchstäblich Gänsehaut am ganzen Körper zauberte – herrlich!

Und dann kamen Rammstein! Den ganzen Tag durfte keine andere Band auf der Black-Stage spielen, denn diese war exklusiv nur für sie „reserviert". Meines Wissens nach ein Novum – aber egal! Was wurde uns präsentiert? Ein Hit nach dem anderen und 85.000 Kehlen gröhlten mit: „Rammstein", „Ich hab keine Lust", „Feuer frei" etc. Perfektes Timing, genialer Sound und sagenhafte Pyros – Rammstein spielen in einer anderen Liga! Zweifelhafter "Höhepunkt" ist der Auftritt von Schlagerstar Heino bei „Sonne" - naja, hätte man sich sparen können.

Das war's dann auch schon mit unserem ersten Festivaltag, der feucht-fröhliche Abend konnte eingeleitet werden! Bei diversen Gerstensaft-Kaltschalen und Burgern eines gewissen Herrn Mälzer ließ es sich im Pressebereich aushalten und auf dem Campingplatz sowieso. Das war ja schon mal ein guten Start!

Tag 2

Den Paukenschlag zum Freitag gaben Neaera! Die Münsteraner brannten wieder einmal ein Feuerwerk ab, wie im Lehrbuch ... und das bereits vor 12 Uhr! Die Fans dankten es ihnen mit jeder Menge Action und Circlepits! Genial wie immer! Nach diesem ersten Kraftakt und der unbarmherzigen Sonne, musste ich mich erst einmal etwas im Schatten bei diversen Kaltgetränken erholen – man ist nicht mehr der Jüngste. Bands wie Gojira, Ihsahn oder Soilwork konnte ich daher leider nur aus der Ferne wahrnehmen. Erst zu Motörheads Headliner-Gig war ich wieder fit und wurde leider wie alle tief enttäuscht. Nach „nur" 30 Minuten musste der Auftritt krankheitsbedingt abgebrochen werden. Lemmy war alles andere als fit! Das war natürlich die pure Enttäuschung, aber die Gesundheit geht vor und man sah ihm auch deutlich an, dass er bis zum Abbruch gekämpft hat.

Doro habe ich mir dann im Pressezelt in Ruhe auf der Leinwand angeschaut – ein sehr souveräner Gig der Metalqueen, der keine wirklichen Überraschungen präsentierte, eher Altbekanntes. Doro halt. Somit war für mich auch der Freitag schon beendet und das After-Show-Programm konnte beginnen.... (TE)

Tag 3

Wacken geht zu Ende. Noch einen Tag haben tausende Fans die Möglichkeit Bands zu feiern, Bier zu trinken und Knochen zu brechen. Gutes Wetter und teures Bier sorgten dafür, dass bereits bei den ersten Bands viel los war.

Die Reiter wurden erwartungsgemäß gefeiert und konnten mit einer guten Show überzeugen. Auf der Party Stage sorgten Alestorm dafür, dass die Bierbuden ordentlich Umsatz machten. Die Metalheads wollten mehr. So passte es, dass Lamb of God auf der Bühne alles zerlegten was ihnen in den Weg kam.

In der folgenden Pause wurde es deutlich voller. Der Grund: Anthrax – die Band, die seit Jahren nicht nur Thrasher begeistert. Mit einem Set, das alle alten Klassiker enthielt waren sie für mich persönlich ein Highlight des ganzen Festivals. Joey Belladonna rannte wie gewohnt die Bühne rauf und runter und die Spielfreude, die Basser Frank Bello ausstrahlte, sorgte dafür, dass keiner stehen blieb und Wacken seinem Ruf gerecht wurde.

Die Jungs von Danzig sind zwar schon etwas in die Jahre gekommen, doch lieferten sie eine solide Show ab und waren ein Sinnbild dafür, dass in Wacken mehrere Generationen miteinander rocken können.

Jetzt kam etwas, dass nur wenige Wackenbesucher sehen wollten. Regen. Knapp 30 Minuten lang sorgte der Regen dafür, dass das Infield doch noch in ein Schwimm/Matschbad verwandelt wurde. Viele der Besucher suchten Schutz und einige fuhren bereits nach Hause. Vor allem die Band Trivium erwischte es hart. Wenig Publikum und Regen, der auch die Bühne Unterwasser setzte, sorgten dafür, dass einige der Hardcorefans enttäuscht wurden.

Wie schon den ganzen Tag, hatte die Black Stage im Gegensatz zur Party Stage die deutlich stärkeren Bands im Programm und so kam nun mit Alice Cooper eine echte Legende auf die Bühne. Musikalisch und gesanglich gibt es nichts zu meckern, doch haben viele Fans eine aufwendigere Bühnenshow, wie auch bei dem letzten Konzert in Wacken, erwartet. So enttäuschten mich die Gruselrocker doch etwas.

Nun kam eine Band, die mit einer neuen Sängerin überzeugen wollte und den Auftritt direkt aufzeichnen ließen. Die Rede ist von Nightwish. Die Finnen um die ehemalige Sängerin Tarja Turunen wollen mit Floor Jansen zurück zur alten Stärke. Ich bedauere die Trennung noch immer und so habe ich auch nicht allzu viel erwartet. So ging es wohl auch einem Großteil der Fans, die zunächst gespannt abwarteten. Floor überzeugte. Man darf sie nicht mit Tarja vergleichen, doch lieferte sie mit Nightwish eine hervorragende Show.

Für meinen Abschluss sorgte Suidakra. Als letzte Band auf der W.E.T Stage hatten sie es nicht leicht, doch haben sie einen würdigen Schlusspunkt gesetzt und die übrig gebliebenen Metaller kamen auf ihre Kosten.

Nach drei Tagen und zahlreichen Gerstengetränken kann ich nun mit ordentlichen Nackenschmerzen nach Hause fahren und mich auf das nächste Jahr freuen. (MK)

Thomas Engel & Marcel Krüger

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