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Party.San Open Air 2014

party.san 2014 FinalMan kann es drehen und wenden wie man will, Fakt ist, dass sich das Party.San Open Air immer mehr zum Non Plus Ultra Festival entwickelt. All das, was man bei anderen Events bemängelt, findet in Schlotheim einfach nicht statt. Neben der coolen Location ist es diese Fanfreundlichkeit, die das Party.San zu einem besonderen Festival macht. Bestes Wetter (okay, dafür können die Veranstalter nix), konstante Bierpreise bei 2,50 € für das "immer bis an den Rand volle" 0,4l Köstritzer und eine kulinarische Vielfältigkeit, die sich positiv von dem „Bratwurst & Pommes" Dschungel abhebt (Tipp: besucht nächstes Jahr unbedingt den Afghanen). Um es kurz zu machen: beim Party.San Open Air hat man als Besucher am Ende nicht das Gefühl abgezockt zu werden, sondern bei Freunden eine coole Zeit zu verleben. Boah, das hört sich nun verdammt schwülstig an, musste aber mal gesagt werden. Achja: ein paar Bands haben auch gespielt. Eine ganze Menge sogar.

Tag 1:

Es ist fast schon eine traurige Tradition, dass wir es nie rechtzeitig zur ersten Band – in diesem Fall Necrowitch – auf das Gelände schaffen. Schande auf unsere Häupter, aber manchmal braucht man eben etwas länger. Zumindest vernahmen wir aus der Ferne noch die Klänge von Deaths „Zombie Ritual“, welches von den Franzosen gelungen interpretiert wurde.

Nach einer kleinen schöpferischen Pause von knapp 21 Jahren juckt es den Jungs von God Macabre wieder in den Fingern die Festivalbühnen dieser Welt zu beglücken. Zum Glück, denn die Schweden haben Satan sei Dank nichts von ihrer Magie verloren (ja gut, etwas hüftsteif kam es schon rüber, aber nach so einer langen Abstinenz drücken wir gerne mal ein Hühnerauge zu) und spendieren dem Volk vor der Bühne die komplette „The Winterlong...“-Scheibe sowie die Macabre-End-EP. Komisch nur, dass die Schweden um Per Boder nach 35 Minuten Spielzeit die Bühne wieder verlassen. Angesetzt waren 45 Minuten...

Die Amis von Skeletonwitch liefern mit ihrem buntdurcheinander gewürfelten Mix aus Death-, Black- und Thrash den perfekten Quintessenz-Soundtrack zum Party.San Open Air ab und daher ist es wenig verwunderlich, dass es vor der Bühne angenehm voll wurde. Die Jungs haben Bock auf den Gig, spielen eine coole Mischung aus den bisherigen vier Studiowerken und doch möchte der letzte Funke einfach nicht überspringen. Wer ist schuld? Der Sound natürlich, dieser fiese Schuft. Keine Ahnung, was am Mischpult schiefgelaufen sein mag, aber selbst für geübte Ohren war es schwer, Tracks wie „I Am Of Death (Hell Has Arrived)“ oder „Serpents Unleashed“ auseinander zu halten.

Es gab im Vorfelde des Festivals Stimmen, die behauptet haben, dass die diesjährige Ausgabe die kommerziellste bislang ist. Man begründete diese Aussage mit der Verpflichtung von Kapellen wie Grand Magus oder Atlantean Kodex. Verdammt, wie trendig die Bands auch wieder sind... Kopf -> Tisch! Zugegeben, 2014 besticht das Festival Line-up durch diverse etwas traditionellere Bands, was aber meiner bescheidenen Meinung total Sinn macht, denn dieser von uns so heißgeliebte Death-Black-Doom-Brei hat nun mal seinen Ursprung aus der traditionellen Basis und daher wundert es wenig, dass eben Atlantean Kodex vor einer recht großen Masse an Fans, die lautstark jede Zeile mitsingen, auf die Bühne wandern. Umringt wurden diese Hardcore Fans von einigen neugierigen Nasen und wurden Zeugen von einem intensiven Konzerterlebnis, das ich so nicht erwartet hätte. Herrlich, wie sich diese sphärisch-doomigen Heavy-Metal-Klänge auch auf einem Trveheimer-Festival entfachen können und ihre Wirkung erzielen. Oder vielleicht lag es einfach dran, dass Chefdenker Manuel Trummer ein formschönes Unleashed-Shirt am Leib trug?

Apropos Unleashed: die Schweden sind ja gute Kumpels, Saufkumpanen und Landsmänner von den nun nachfolgenden Grave (wow, was für eine geniale Überleitung!) und auch diese haben leider mit einem eher schwierigeren Sound zu kämpfen. Hinzukommt, dass sich die Todesblei-Traditionalisten momentan vielleicht etwas zu oft blicken lassen und auch diesen Gig etwas zu routiniert herunter zockten. Macht aber nix, denn „You´ll Never See“ oder „Into The Grave“ gehen immer und werden dankend angenommen.

Danach wurde es spannend, den Entombed oder besser: Entombed A.D. (manche behaupten es steh für „Entombed außer Dienst“) haben ein Problem: entweder die Schweden setzen alles auf eine Karte und zocken das neue, gerade erst erhältliche Album „Back To The Front“ oder spendieren den Fans ein cooles Old-School-Set. Beides würde sich nach diesen nervigen Line-up Geschichten in der Vergangenheit komisch anfühlen. Insbesondere deshalb, da das aktuelle Werk auch eher so mittel ist und für meinen Geschmack eine EP völlig ausgereicht hätte (und das sage ich als Entombed Fanboy Nummer 3!). Schluckspecht LG und seine Boyz stiegen mit dem neuen Track „Pandemic Rage“ ins Set ein und es folgte ein kleiner Höflichkeitsapplaus. Tja, das hätten Entombed sich sparen können, merkten sie selber wahrscheinlich auch und mit zunehmender Spielzeit folgte ein Klassiker nach dem anderen („Revel in Flesh“, „Supposed To Rot“, „Living Dead“) und Scholtheim war begeistert. Begeistert war ich allergisch erst dann (dann aber so richtig) als „Left Hand Path“ am Stück (am Stück, verdammt!) gespielt wurde und das magische Outro seine Wirkung nicht verfehlte. Meine Bitte an LG: lasst es bitte sein und verschont uns mit neuen Alben und geht lieber auf eine coole Old-School-Tour. Vielleicht sogar mit God Macabre?

Irgendwie ist es faszinierend, dass Außenseiter-Kapellen wie Ghost Brigade vor ein paar Jahren oder aktuell Atlantean Kodex, die auf den ersten Blick nicht so recht ins Billing passen möchten, immer grandiose Gigs abliefern, die für mich zu den Highlights des jeweiligen Festivals gehören. Die Isländer Solstafir sollen da keine Ausnahme sein und bestätigen die Regel. Mit vier Songs im Gepäck leiden sich die vier kauzigen Isländer (Aðalbjörn im Lemmy-Gedächtnis-Outfit) durch knapp 45 Minuten Spielzeit – für einen Co-Headliner natürlich viel zu wenig. Spätestens bei der Jahrhundertballade „Fjara“ brechen auch bei den fiesesten Schwarzmetallern alle Dämme und schwelgen zu den wundervollen Klängen von Solstafir. Ich schaue in meine Glaskugel und sehe bei der 2016er Ausgabe des Festivals Solstafir als Headliner. So!

Der letzte Watain-Gig beim PSOA glich einem Triumphzug, dementsprechend wanderten nach dem Zungenschnalzer Auftritt von Solstafir noch ein paar mehr neugierige Nasen vor die Bühne, um den Headliner des ersten Abends zu sehen. Der Bühnenumbau verzögerte sich erheblich (eine Unart, die in diesem Jahr auf jeden Headliner zutraf) aber dann wurden gefühlt eine Million Kerzen angezündet und die Band zelebrierte vor einem überdimensionalen Backdrop ihre schwarze Messe. Doch technische Probleme gleich zu Beginn und eine etwas schwierige Songauswahl (ich bleibe dabei, dass das aktuelle Werk eher so mittel ausgefallen ist) sorgten nicht gerade für Begeisterungsstürme seitens des Publikums. Generell fand ich den Gig auch eher lahm, da konnte sich Frontdeibel Erik Danielsson sich noch so sehr ins Zeug legen, sich mit 13 Litern Schweineblut einsauen und sich mit dem einem Fan in der ersten Reihe anlegen. Zum Ende wurde der Auftritt der Schweden deutlich besser und Songs wie „The Wild Hunt“, „Reaping Death“ oder „Stellavore“ konnte ihre schwarze Wirkung vollends entfalten. Schade nur, dass dann schon viele Leute in Richtung Partyzelt abgewandert sind.

Tag 2:

Pünktlich zur Doommesse von Ahab erreichten wir wieder das Gelände und ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Band bei besten Sonnenschein und großartig etwas reißen könnte – Fehlanzeige! Die Nautik-Doomer erzeugten trotz barbarischer Hitze eine beklemmende, intensive Atmosphäre, die seinesgleichen sucht. Sehr souveräner Auftritt, der dankend vom Publikum gefeiert wurde.

Krasser Kontrast: eben noch erdrückten uns Ahab mit ihrem Lava-ähnlichen Sound und nun haut uns das zwei-Mann-Kommando Inquisition derbsten Black Metal ins Gesicht. Frontkreischer Dagon leistet satanische Überzeugungsarbeit und schreitet selbstbewusst über die Bühne, während sein Kollege an den Drums Schwerstarbeit vollbringt. Musikalisch gab es wie schon auf der letzten Tour mit Behemoth nix zu mosern und Inquisition machen unmissverständlich klar, dass es manchmal eben nur zwei Bandmitglieder braucht, um eine Bühne wahrlich abzufackeln.

Aborted spielen an jeder Steckdose, das ist Fakt. Fakt ist auch, dass deren Sound nicht unbedingt auf der Speisekarte der eher konservativen Festivalbesucher steht, aber dennoch war die Neugierde groß und der Platz vor der Bühne angenehm gefüllt. Fiese Soundprobleme machten diesen Auftritt allerdings etwas madig, aber dafür sorgte Fronter Sven de Caluwe für ordentlich Stimmung und die Belgier servierten 14 Death-Core-Hassbratzen in knapp 45-Minuten Spielzeit.

Als die Birminghamer Legenden Benediction ihren Soundcheck absolvierten, musste ich schon arg schlucken. Die Herren Brookes, Rew und Healy kommen so langsam in die Jahre und führten zum Teil einige nun ja, „interessante“ Frisuren spazieren. Aber egal, es geht um Death Metal und da kann die Band noch so alt werden, die Zerstörer-Riffs und dieser unwiderstehliche Groove zünden immer noch as fuck. „The Dreams Your Dread“und „Subconscious Terror“ sind die Highlights dieser old-school Session.

Ein wenig moderner wird es dann mit Misery Index, die erst vor kurzem mit „The Killig Gods“ ein todesmetallisches Ausrufezeichen gesetzt haben. Folglich orientiert sich die Setlist an eben diesem Album, aber auch einige Klassiker kommen zum Besten, was einen netten und beachtlichen Pit zur Folge hatte. Gänzlich überzeugen kann der Vierer allerdings nicht, da der Gig meiner Meinung nach eine Spur zu routiniert ist und leicht distanziert wirkt.

Als persönliches Tages-Highlight zementieren Repulsion ganz minimalistisch ohne Backdrop ihren Legendenstatus. Roh, dreckig und brachial rotzt das Trio um Scott Carlson einen Genre-Klassiker nach dem nächsten raus. Schade nur, dass relativ wenig Neugierige sich den Spaß geben wollten, denn Songs wie 'Helga', 'Six Feet Under' und natürlich das berühmt berüchtigte 'Maggots In Your Coffin' sollte jeder (JEDER, verdammt!) auswendig können.

Schade, dass The Haunted ihr neues Werk „Exit Wounds“ noch nicht am Start haben, tönen doch die vorab veröffentlichten Songs vielversprechend. Trotz alledem versohlten die Schweden mit modernen Thrash Metal ordentlich Arsch und überzeugen auch mit ihrem neuen/alten Line Up. Highlights: „Hollow Ground“, „Eye Of The Storm“und natürlich der „Hate Song“. Nochmal schade: den At The Gates Klassiker „Blinded by Fear“ gab es im Gegensatz zum 2001 Gig leider nicht zu hören, dabei zocken doch immer noch 2/5 der Melo-Death-Legende bei The Haunted.

Ich gebe es gerne zu: Suffocation verstehe ich nicht. Klar, die Amis sind eine Quasi-Legende, aber gepackt hat mich deren Death Metal einfach noch nie. Und daran ändert auch der diesjährige Auftritt beim Party.San nichts, aber auch gar nix. Ganz Schlotheim geht bei Suffocation steil, nur ich zog es vor mir am leeren Bartwurststand eine schmackhafte Thüringer reinzuziehen. Und die schmeckte mir vorzüglich. Sorry, Suffocation.

Es gibt nicht viele Black-Metal-Fronter, die auch abseits der Bühne ultrafies sind. Morfus von Marduk ist so ein Geselle, den ich, ehrlich gesagt, wahrlich das abnehme, was er auf der Bühne performt. Schwiegersohn des Jahres wird er sicherlich nicht, muss er auch nicht. Er soll Black Metal spielen und das mit Überzeugung. Zum Glück haben die Schweden mit ihrem aktuellen Album „Serpent Sermom“ auch den Soundtrack (für mich das beste Maruk Album seit über 13 Jahren) in der Tasche und liefern 45 Minuten Black Metal deluxe ab. „Christraping Black Metal“ durfte nicht fehlen und über „502“ freute ich mich sehr. Schade nur, dass Marduk ihren Gig recht abrupt beendet haben und keine Zugabe spielen wollten (oder gar durften?).

Der Tagesheadliner Satyricon lies sich bitten, der Soundcheck zog sich fast schon dramatisch in die Länge. Basser und Bandmanager Anders „Neddo“ Odden fand anscheinend immer irgendwo ein Haar in der Suppe und brach den Soundcheck irgendwann entnervt ab. Als die Norwerger dann tatsächlich auf der Bühne standen, merkte niemand nur den geringsten Defizit im Sound. Da mir das aktuelle Album der Band nicht so sehr mundet, war ich gespannt, wie sich die verhältnismäßig ruhigen neuen Songs in der Live Situation entpuppen. Und siehe da: nix ist. Die aktuellen Kamellen dümpeln auf der Bühne genau so schwach rüber, wie auf Konserve. Erwartungsgemäß ging beim finalen „Mother North“/K.I.N.G.“-Doppelschlag am meisten die Luzie ab. Auch wenn es einige Anwesende anders gesehen haben mochten, aber so langsam ist die Luft bei Satyricon raus bzw. der Weinbauer und Perfektionist Satyr sollte endlich mal wieder etwas mehr drive in seine Band bringen. So perfekt und durchgestylt der Gig auch war, Black Metal geht anders.

Zeltbühne:

Auch in diesem Jahr findet parallel zur Hauptbühne ein schickes Rahmenprogram mit deutschen Newcomer statt. Den Anfang machen Incarceration aus Hamburg, die der Verfasser dieser Zeilen in diesem Jahr gefühlte 15 x alleine in Hamburg/Billstedt gesehen hat. Aber auch im Osten überzeugen die Obersympathen mit ihrem thrashigen Death Metal auf ganzer Linie. Aber so langsam sollte der erste Longplayer erscheinen, Jungs.
Noch eine Spur geiler gehen Rogash zu Werke, die quasi ein Heimspiel haben. Old School Death Metal vom feinsten gibt es auf die Ohren. Fans von Dismember und Co. sollten diese Truppe im Auge behalten.
Gespannt war ich auf den Gig von Spheron, die mich mit ihrem Debütalbum „Ecstay Of God“ vor kurzen richtig begeistern konnten. Leider musste Frontmann Daniel krankheitsbedingt sagen, dafür übernahm Basser Matze zusätzlich den Gesang, was der junge Mann gar nicht mal so schlecht machte. Dennoch ist es für diesen komplexen, aber nie zu verkopften Death Metal besser, wenn der etatmäßige Sänger wieder zurück zur Band stößt.
Carnal Ghoul sind für mich die Gewinner der diesjährigen Zeltbühnen Aktion (auch wenn man sich den Karl-Dall-Evergreen „Heute schütte ich mich zu“ als Intro gerne verkneifen könnte) hervor, die eine ordentliche Portion Schweden-Death-Metal zockten. Über die Qualität brauchen wir uns nicht zu unterhalten, da mit Leuten von Lay Down Rotten, Fleshcrawl und Desaster reichlich Kompetenz vertreten war. Auch hier: bitte endlich den ersten Longplayer an den Start bringen.
Im letzten Jahr zockte Steffen mit seiner Hauptband Obcsura auf der Hauptbühne, mit seinem Dissection-Kniefall Thulcandra reicht es (bislang) „nur“ für die Zeltbühne. Macht aber auch nix, da der Sound in einem intimeren Rahmen besser zur Geltung kommt als auf der großen Nachbarbühne. „Night Eternal“ und „Spirit Of The Night“ waren die Highlights, während es mit einem neuen Son bereits einen ersten starken Vorgeschmack auf das neue Album gibt, das im Winter erhältlich sein soll.

Tag Drei:

Der letzte Party.San Tag ist immer etwas komisch. Der Körper ist praktisch tot, man möchte kein Bier mehr trinken (was aber nur kurz anhält) und freut sich insgeheim auf das heimische Bett. Auf der anderen Seite möchte am letzten Tag/Abend noch einmal alles geben. Und so gesellen sich pünktlich zu Nocturnal eine große Anzahl an neugieren Nasen um deren Black/Thrash zu worshippen. Die Koblenzer um Frontfrau Tyrannizer haben einen guten Tag erwischt und kredenzen uns eine starke Darbietung ihres Hammeralbums „Storming Evil“.
Mit dem Grind kam auch der Regen und etwas Sturm, der zwischenzeitlich das Camping Gelände und die Merch-Meile verwüstet hat. Davon zeigten sich die Schweizer Mumakil allerdings unbeeindruckt und hauen der recht großen Menge vor der Bühne einen derben Grind-Klumpen ins Gesicht. Spätestens jetzt, dürfte auf dem Flughafen niemand mehr schlafen.

Die Bathory-Worshipper und Isole-Ableger Ereb Altor sind so ein Ding für sich. Es mag sein, dass deren Viking-Doom herzallerliebst ist, aber irgendwie kommen die Schweden nach dem Kontrastprogramm von Mumakil und Nocturnal bei mir schwer an. Dennoch gibt es mit „Blood Fire Death“ ein Highlight zu vermelden. Und nun die Preisfrage: von wem stammt das Original? Wer es nicht weiß wird mit drei Stunden ausharren in Onkel Hemmers War-Metal-Kinderzimmer bestraft. Natürlich ohne Ohrenschutz.

“Es tut mir leid, aber wir spielen noch einen neuen Song” – für mich die zweitkultigste Ansage der diesjährigen Festivalsaison. Die beste kam übrigens von Tom G. Fischer beim Rock Hard Festival, der das Konzert einem gewissen Götz Kühnemund widmete. Protector, die für eben jene Ansage verantwortlich sind, passen mit ihrem Mix aus Thrash und Death Metal (der nicht selten an frühe Sodom erinnert) hervorragend zum Festival und sind darüber hinaus auch auf der Bühne extrem sympathisch. Kein Wunder, dass man zum Sound der Schweden zwangsläufig bangen muss.

In diesem Leben werden die nachfolgenden Imperium Dekadenz und ich keine Freunde mehr. Es passt einfach nicht. Zufällig meldete sich pünktlich zur Schwarzwald Fraktion mein Magen und besuchte die nette Frau, die mir jedes Jahr mindestens einmal eine ordentliche Portion Bolognese kredenzt. Im Übrigen sollte jeder diesen leckeren Stand neben der Zeltbühne besuchen und sich für schmales Geld satt essen.

Kampfar sieht man auch nicht alle Tage in unseren Breitengraden (na gut, Norwegen ist nun nicht so weit weg) und daher ist es wenig verwunderlich, dass der Platz vor der Bühne ordentlich gefüllt war. Fronter Dolk ist eine Rampensau vor dem Herren, während seine Mitstreiter an den Äxten im direkten Vergleich recht blass wirken. Macht aber nix, denn auf die Musik kommt es ja bekanntlich an und die ist wieder einmal vorzüglich (auch denn der Sound recht matschig daher kommt). Hauptsächlich werden die letzten drei Alben bedient, wobei der Quasi-Hit „Ravenheart“ zum Abschluss am besten ankommt.

Ohne Rücksicht auf Verluste knüppeln sich Malevolent Creation durch ihr Set und es ist eine wahre Freude, die Jungs wieder auf einer deutschen Bühne spielen zu sehen. Sicherlich, ganz koscher sind die Amis nicht, waren sie auch nie und werden sich mit absoluter Sicherheit auch niemals sein, aber dennoch überzeugt der Death Metal vorzüglich. Kein Wunder, dass bei Songs wie „Blood Brothers“, „Manix Demise“, „Eve oft he Apocalypse“ oder „Infernal Desiere“ die Hütte brennt und die Fans aus dem Häuschen sind. Welcome back.

Dass Aura Noir Basser Apollyon lange Jahre bei Immortal für die tiefen Töne sorgte, zeigt der wahrlich mit jeder Pose. Aber auch sonst zeigen die Norweger, wie gepflegter Black/Thrash geht. Sänger Agressor, der vor Jahren im Drogenrausch aus einem Fenster segelte, ist Bewegungstechnisch noch nicht auf der Höhe und muss den Gig auf einem Hocker verbringen und erinnerst – ob freiwillig der nicht – irgendwie an Venoms Cronos.

Auf Grand Magus war ich besonders gespannt. Zwar ist das aktuelle Album nicht so meine Baustelle, aber schlecht können die Schweden irgendwie niemals. Und auch in Schlotheim versprüht das Trio Chrisma und Coolnes, als wären 30 Mann auf der Bühne. Trve-Songs wie„I, The Jury“, „On Hooves of Gold“, „Iron Will“ und natürlich „Hammer oft he North“ werden auch auf diesem Finster Festival abgehailt ohne Ende, was ich im Vorfeld nicht unbedingt erwartet hätte.

Napalm Death sind wichtig. Immer und überall. Aber es gibt Zeiten, da sind die Engländer besonders wichtig. So wie hier und heute. Knapp 20 Songs schmettern die Engländer durch die Boxen und erzeugen eine unnachahmliche Naturgewalt. Dennoch kommt der wichtigste Song erst zum Schluss: „Nazi Punks Fuck Off“. Und es gibt kein Halten mehr.

Die Schwedischen Chefmelancholiker Katatonia sind zwischen Napalm Death und Obituary merklich falsch vertreten, aber dennoch passt der Sound wie Arsch auf Eimer. Die Schweden sind die erste Band des Tages, die die aufkommende Dunkelheit für sich nutzen können und zaubern ein stimmiges Lichtbild. Dass es erst der zweite gemeinsame Auftritt in der neuen Besetzung ist, fällt nur optisch auf (Daniel Moilanen an den Drums und Gitarrist Tomas Akvik sind neu in der Personalabteilung), musikalisch jedoch eine Bereicherung, denn selten habe ich die Schweden so gut gesehen. Für die einen mag die knappe dreiviertel Stunde die pure Langeweile gewesen sein, für mich war es Gänsehaut pur, als die beiden Oldtimer „Without God“ und „Murder“ ausgepackt wurden. Achja, zum Abschluss wurde das Hauptriff von „Dame Deal Done“ gezockt. Groß.

Ist euch schon mal aufgefallen, dass Obituary-Grunzer John Tardy anscheinend noch nie ohne Pulli auf die Bühne gesehen wurde? Die Witterungsbedingungen sind egal, der Knabe trägt immer Pulli und Shorts. Ami eben... Fakt ist, dass die Florida-Jungs diesen Sommer auf fast alles Festivals zu sehen waren und es immer wieder schön ist, diese sympathische Institution zu erleben. Bei Songs wie „Chopped In half“ oder „Slowly we rott“ fühlt man direkt 20 Jahre jünger und man muss förmlich bangen wie eine Raubsau. Als kleinen Ausblick auf das kommende Album spendieren Obituary einen neuen Song vom neuen Album, der Lust auf mehr macht. Vielleicht bekommen die Jungs nach den letzten eher schwachen Alben noch einmal die Kurve?

Was sollte man noch zu Kreator sagen, was nicht schon geschrieben wurde? So geil die Kapelle auch ist, eine leichte Überpräsenz ist auf jeden Fall im Spiel und Mille & Co. sollten vielleicht nicht jeden Festival Gig mitnehmen, der ihnen angeboten wird. In meinem direkten Umfeld machten sich einige Leute den Spaß und versuchten vorherzusagen, welche Ansagen nach bestimmten Songs rausgehauen werden. Und siehe da, die lustige Truppe konnte fast jede Ansage Wort für Wort mitschreien. Der Gig an sich ist top, die Songauswahl für meinen Geschmack etwas zu sehr auf das aktuelle Werk „Phantom Antichrist“ ausgerichtet (welches mir etwas zu klassisch metallisch ausgerichtet ist und wenig Experimente beinhaltet) und auch der Bühnenaufbau ist grandios. Lediglich die Konfetti Parade zum Abschluss passt nicht wirklich zu Thrash Metal aus Altenessen. Aber das ist meckern auf hohem Niveau, denn „Pleasure to Kill“, „Enemy of God“ und natürlich das obligatorische „Flag of Hate/Tormentor“ sorgen für ein breites Grinsen im Gesicht und leise nehmen wir Abschied vom Party.San Open Air 2014, an dem es grundsätzlich NICHTS auszusetzen gibt. Freuen wir uns auf ein baldiges Wiedersehen in 2015. Hell is here!

Zeltbühne:

Abyssous verpasste ich leider, dafür holten mich Arroganz völlig ab. Was für ein geiles Konzert war denn bitte das? Auf Konserve finde ich die Truppe „nur“ okay, daher war ich nicht darauf vorbereitet, was kommt. Fronter K hat die nicht gerade kleine Masse vor der Bühne kompetent im Griff und nicht selten erinnert mich dieser Auftritt an eine lighte Version von Watain. Respekt.
Beyond sind schwierig. Auf CD klingt deren Death-Metal-Bastard zwar ziemlich großartig, aber Live muss man Bock drauf haben. Hinzukommt, dass die Band kein stabiles Line-Up vorzuweisen hat (Leute von Chaple of Disease helfen aus) und es daher auch etwas unbeholfen wirkt. Zumindest kam das aus meiner Perspektive so rüber.
Bölzer kamen, spielten und siegten. Keine Ahnung, wie es das Duo schafft nur mit zwei EPs im Gepäck überall für Begeisterung zu sorgen. Auch in Schlotheim war das Zelt voll wie nie und die zwei Protagonisten spielen mit einer Leidenschaft, da wird sogar die Konkurrenz auf der Hauptbühne neidisch. Jede Note wird aufgesogen, jedes Wort wird (wenn möglich) mitgesungen. Das, was Bölzer machen, ist ganz große Kunst. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich vor dem ersten Longplayer, der im nächsten Jahr erscheinen sollen, etwas Angst. Hoffe aber, dass diese großartige Intensitäten erhalten bleibt.

Sven Meier

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