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Dzö-nga - The Sachem's Tales

Dz nga  The sachems talesxxlLabel: Avantgarde Music

Spielzeit: 42:51 min.

Genre: Atmosphärischer Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Wow, was für ein tolles Cover! Da freut man sich ja schon richtig auf die demnächst kommende LP-Version. Doch halt, dafür sollte ja auch die Musik gefallen - aber tut sie das? Nunja, da tun sich beim Zweitwerk des amerikanischen Duos Dzö-nga (benannt nach einem Dämon, der im Himalaya, genauer gesagt im/am/auf dem Kangchendzönga, lebt) sowohl Licht, als auch Schatten auf. Ambitioniert sind die beiden Protagonisten definitiv, das steht außer Frage, doch bei der musikalischen Umsetzung hapert es leider. Manche Teile des Albums sind absolut grandios, zum Beispiel der Song "Halle Ravine", bei dem Sängerin Grushenka Ødegård (nur begleitet von Akustik-Gitarre und Piano) mit ihrem zarten Gesang total überzeugt und auch Kollege Cryvas kreischt sich beeindruckend durch die Tracks. Die Idee harschen Black Metal mit atmosphärischen Elementen zu verbinden, ist zwar nicht sonderlich neu, kann aber hochinteressante Ergebnisse hervorbringen. Leider holpert es bei der musikalischen Umsetzung noch viel zu oft. Gerade den Umgang mit Kollege Drumcomputer sollte Herr Cryvas noch mal ordentlich üben. Die beiden legen wie gesagt, großen Wert auf eine packende Atmosphäre, was ihnen auch des Öfteren gelingt, auf der anderen Seite gibt es da aber auch so ein paar Passagen, bei denen sich vor lauter Grauen meine Fußnägel nach hinten rollen wollen. Das ist echt verdammt schade, denn man merkt der Platte den Enthusiasmus der beiden Musiker an, aber da auch der Sound recht dünn daher kommt, kann ich beim besten Willen nicht mehr als ein "M" verleihen, was mir echt leid tut... Aber mal sehen, was die Zukunft noch bringt!

PS: Wusstet Ihr eigentlich, dass es Aleister Crowley war, der 1905 die erste Expedition anführte, die versuchte, den Gipfel des oben erwähnten Kangechendzönga zu erreichen? Ob er den Dämon damals wohl kennen gelernt hat?

Christian Hemmer

XXL WertungM

Tracklist:

1. Midewiwin Lodge 02:34 
2. To the Great Salt Water 08:48 
3. The Wolves Fell Quiet 07:22 
4. Halle Ravine 04:04 
5. Against the Northern Wind 07:16 
6. A Seventh Age of Fire 09:22
7. The Witching Meadow 03:25

Necrophile - Awakening Those Oppressed

necrophile awakening those oppressedLabel: Unholy Prophecies

Spielzeit: 41:56 min.

Genre: Death Metal/ Thrash Metal/ Grindcore

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 16. September 2017

Die japanische Krachwalze Necrophile poltert bereits seit gut 20 Jahren durch die Untergrund-Szene, ist laut Pressetext eine der ersten Todesbleiformationen von Godzilla-Country und hinterließ augenscheinlich einigen Eindruck in Form diverser Demos und Split-EPs. Wobei: So ganz stimmt das ja nicht, denn zwischen 1991 und 2013 befand sich das Unterfangen im Leerlauf; vielmehr frönten die beteiligten Musiker in anderen Bands wie Wormridden, Multiplex, Transgressor oder Messiah Death.
Aber hey: seit ein paar Jahren sind die Mannen um Takaaki Ohkuma und Keisuke Matsunaga wieder am Start und präsentieren mit 'Awakening Those Oppressed' letztendlich ihr sehnlich erwartetest, via Unholy Prophecies veröffentlichtes Debütalbum. Auf diesem zocken die Jungs aus Tokyo thrashigen und todesbleibehafteten Grindcore, der erstaunlicherweise äußerst konsequent stets an die Frühwerke 'Scum' sowie 'From Enslavemant To Obliteration' erinnert und nur ab und an Chuck Schuldiners Vermächtnis rüttelt, was insbesondere bei dem Stück 'Awaken Ancient Storm' ins Auge beziehungsweise Ohr fällt oder eher gleitet und schon als kongenial bezeichnet werden kann.
Insgesamt ist 'Awakening Those Oppressed' kein schlechtes, wenn auch nicht zwingendes Album geworden. Wer gerne unbändiges, aber nicht hirnloses Geknüppel mit ein paar beinharten Hooks präferiert und zudem ein wenig Technik verträgt, kann mit dieser Scheibe eine gewaltige Menge Spaß haben.

Rippenspieß

XXL WertungL

Tracklist:

1. Depravity Within
2. Desire for Asphyxiation
3. Hysteria Siberiana 04:41
4. Irrepressible Discharge
5. Awaken Ancient Storm
6. Soiled Gospel
7. Racing Time
8. Dissociation
9. Gruesome Cruelty
10. Night of the Gloomy Narcist

Sorcerer - Sirens (7")

Sorcerer  2017xxlLabel: Metal Blade Records

Spielzeit: 11:56 min.

Genre: Epic Doom

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

VÖ-Datum: 08. September 2017

Zwei Tage nach meinem Geburtstag präsentieren Sorcerer ihre neue Vorab-Single zum wohl in Kürze folgenden Album (Juchhe!!) mit dem schönen Titel "Sirens". Anhand meiner Begeisterung lässt sich schon vermuten, dass es sich hier um die schwedischen Epic-Doomer handelt (es gibt da ja so eine ganze Handvoll Kapellen mit gleichem Namen...) und so ist es dann auch: Die Musiker um den ehemaligen Tiamat-Bassisten Johnny Nagel starten mit dem Titeltrack gleich in die Vollen und hauen uns einen unglaublich geilen Epic-Doom Knaller um die Ohren, der ruckzuck zu Gänsehaut am ganzen Körper bei mir geführt hat (jawoll - am GANZEN Körper!!). Mit einem Pathos versehen, den man sonst vielleicht noch bei Solitude Aeturnus oder den grandiosen Saviour Machine zu hören bekommt, einem mitreißenden Refrain und vor allem der göttlichen Stimme des Anders Engberg - ja was soll da überhaupt noch schief gehen? Genau: Gar nix, es ist einfach nur ein Traum, dem Schweden zuzuhören. Da kann der zweite Song der 7" (der wohl exklusiv nur hier zu finden sein wird...) "Disciples of the dark" nicht ganz mithalten, der aber auch eine etwas andere Marschrichtung einschlägt, denn er ist mehr "heavy", mit einigen progressiv angelegten Parts. Auch ein feines Teil, aber "Sirens" ist der absolute Übersong auf der Scheibe. Das gute Stück kommt im drei Farben und ist auf 500 Exemplare limitiert, so dass ich allen Interessierten vorschlagen würde, die kleine schwarze Scheibe lieber vorzubestellen, sicher ist sicher! Es lohnt sich definitiv!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

Sirens
Disciples Of The Dark

Celesterre - The Wild

Celesterre  The wildxxlLabel: Rain Without End Records

Spielzeit: 44:31 min.

Genre: Heavy/Prog/Doom

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereist erschienen

Also, so einfach in eine Schublade kann man die Musik der niederländischen Formation definitiv nicht stecken. Aufbauend auf recht kauzigem Metal, wird der Sound mit progressiven Elementen und doomigen Parts aufgepeppt, durch den Einsatz von Sängerin Miriam kommt sogar noch ein Hauch "Gothic" dazu. Wo allerdings die von Plattenfirma und Band erwähnten Black Metal-Einflüsse stecken sollen, kann ich auch nach mehrfachem Anhören von "The wild" beim besten Willen nicht heraushören - keine Ahnung, wie man an solche Aussagen kommt??? Aber das ist eigentlich kein Problem, was viel unangenehmer ankommt, ist das einfach nicht funktionierende Zusammenspiel dieser verschiedenen Stile. Das Ganze will einfach nicht miteinander kommunizieren, es wirkt vielmehr wie ein uninspiriertes Aufeinandertreffen von verschiedenen Elementen, die sich aber leider überhaupt nicht mögen, sondern sich ordentlich auf den Sack gehen. Was darüber hinaus noch ein fettes Problem ist, ist der Umstand, dass ich ganz persönlich mit dem Gesang von Frontmann Wouter Klinkenberg überhaupt nicht grün werde. Das ist leider so gar nicht meine Baustelle. Das sagt selbstverständlich nichts über die wahren Qualitäten des guten Mannes aus, manchmal will es halt einfach nicht passen. So muss ich leider attestieren, dass ich mit Celesterre und ihrem Debüt wirklich so gar nichts anfangen kann. Wird wahrscheinlich nicht mehr in meiner Anlage landen...

Christian Hemmer

XXL WertungM

Tracklist:

1. Burst into Life 05:30
2. Instinct 04:58
3. Ramfight at Sundown 05:08
4. Endure the Cold 05:36
5. The Wild 05:00
6. Hunger 05:01
7. The Pecking Order 05:54
8. A Celebration of Decay 07:24

Purtenance - Paradox of Existence

Purtenance ParadoxLabel: Xtreem Music

Spielzeit: 26:56 min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 15. September 2017

In knapp 27 Minuten wollen uns fünf Finnen das Paradoxon der Existenz bei bringen. Na dann mal los! Zu beginn rumpelt sich „In the End only death will remain“ modrig aus den Boxen. Eher noch amerikanisch als skandinavisch geprägt und stets mit angezogener Handbremse. Ville macht am Mikro dabei einen guten Job, die röchelnde Stimme prägt das gesamte Soundbild erheblich. Auch sonst ist der Sound eher morbide, düster und walzt sich aus den Boxen. Der Eindruck setzt sich im zweiten Stück „Vicious seeds of mortality“ fort. Ab und an wechselt mal der groove, richtig im Schweinsgalopp geht es aber nicht wirklich
Mit dem Titeltrack an dritter Stelle haben wir dann den Weg durch die EP schon fast geschafft. Auch hier ändert sich am Grundprinzip recht wenig. Das ganze wird durch eine Szene mit EKG-Geräuschen im letzten Drittel etwas aufgefrischt, an Innovation war es das dann aber auch schon.
Beim letzten Anspieler „Nekro Orgy“ musste ich dann unweigerlich an einen Freund im Kindergarten denken, der, wenn es zum Beispiel Fischstäbchen mit Erbsen und Kartoffelbrei gab, erst die kompletten Erbsen, dann die Kompletten Fischstäbchen und dann den Brei aß. Wieso habe ich nicht verstanden und ich verstehe auch nicht wieso Purtenance im 1:45 langen Rausschmeißer plötzlich entdecken, dass man im Death Metal auch mal los prügeln darf. Wenn dabei dann anderthalb Minuten aber das gefühlt selbe Riff runter gedroschen wird macht es das auch nicht besser.

Das mag jetzt negativer klingen als es gemeint ist, denn eigentlich ist „Paradox of Existance“ ein netter Zeitvertreib. Solide gearbeitet, keine gröberen Schnitzer und eine schön modrige Atmosphäre. Wenn man die mal für einen schlappen Taler irgendwo bekommen kann, gerne zuschlagen.

Kai B.

XXL WertungL

Tracklist:

1. In the End Only Death Will Remain
2. Vicious Seeds of Mortality
3. Paradox of Existence
4. Nekro Orgy

Nihil Invocation - Chthonian Twilight Ritual

Nihil Invocation  xxlLabel: Eigenproduktion

Spielzeit: 49:20 min.

Genre: Raw Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

So liebe Kinder, jetzt gibt es mal wieder was ganz Feines für die Ildjarn oder Ruach Raah Fanatiker unter Euch, d.h., es wird extrem roh und räudig! Undergound Black Metal der bis auf die Knochen aufs Nötigste reduziert ist, entweder schleppend oder rasend schnell unterwegs - das ist der Sound Eurer Alpträume! Die Produktion ist natürlich ebenfalls extrem rau, aber keineswegs als schlecht zu bezeichnen, es passt einfach perfekt zur ziemlich kaputten Musik. Hinter Nihil Invocation steckt der Amerikaner Deathwalker, der das Projekt 2016 ins Leben gerufen hat und seitdem bereits zwei Demos und 'ne Split mit den Polen von Nyctophilia herausgebracht hat. Nun kommt das Debüt-Album und hier wird gnadenlos primitivster Black Metal zelebriert, purer Terror und Aggression! Der Kollege krächzt sich die schwarze Seele aus dem Leib und erschafft eine extrem gewalttätige Atmosphäre, die ordentlich knallt. Ist sicherlich nur für eine ganz kleine Schar von Leuten, diese werden allerdings ziemlich angetan sein von den höllischen Klängen! Während ich diese Zeilen schreibe, erhalte ich gerade die Nachricht, dass die CD bereits ausverkauft ist (ok, es waren auch nur 30 Exemplare!), aber laut meinen Informationen soll der Spaß in Kürze auch als Kassette aufgelegt werden (und zur Not gibt es die Mucke auch noch digital!). Es lohnt sich, die Augen danach aufzuhalten!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Sickness Embodied the Pain I Held Within 04:26
2. With Might I Rode the Steeds of Death 03:42
3. The Ceremonial Chambers of Perpetual Hate pt. 2 04:01
4. Where Famine Bound the Chains of Divinity 03:51
5. Grief Stalks the Ancient Forlorn Dream 03:57
6. March from a Battle of Past and Ashen Woes 01:46
7. Embraced by a Grasp Once Plaguing 02:56
8. To Dust the Kingdom had Crumbled... 02:44
9. Old Seas of My Fallen Remnants 04:23
10. An Essence of Petrified Mysticism 03:15
11. Nigh is the Raven's Weep 05:11
12. My Evil Soul (Moonblood Cover) 07:57
13. Outro 01:11

Cannabis Corpse - Left Hand Pass

Cannabis Corpse 1500X1500px 300dpi RGBLabel: Season of Mist

Spielzeit: 36:56 min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Hörprobe: Youtube

Album kaufen: Shop

VÖ-Datum: 08. September 2017

Für viele Menschen auf Gottes grüner Erde ist die THC Pflanze ein Quell unermesslicher Freude und während sich bei uns eigentlich nur noch die CDU halbherzig gegen eine Legalisierung stellt, ist im US-Bundesstaat Virginia das konsumieren des fröhlichen Krautes strikt untersagt. Scheinbar lassen sich Landphil und seine Mitstreiter vom fröhlichen Bongzirkel Cannabis Corpse davon wenig beeindrucken. Zum fünften Mal wird auf Albenlänge völlig schamlos dem Graskonsum gefrönt, und das so zünftig wie eh und je. Was anno 2006 mal als humoriger Cannibal Corpse Klon begann, hat sich mittlerweile in eine liebevolle Hommage an den Old School Death Metal mit einem Augenzwinkern entwickelt. So ist auch das Markenzeichen der Band, das ulkige Verwursten von Songtiteln anderer Bands, wieder präsent. Und wie ein kleiner Schuljunge sitzt man dann vor der Tracklist und rühmt sich damit, so viele verballhornte Songnamen wie möglich, den Original Liedern zuordnen zu können.
Erstaunlich an der Band ist dabei, dass sie trotz der Ulkereien um die Songtitel niemals albern oder infantil wirken und erst recht nicht so, als wollen sie den Death Metal ernsthaft auf die Schippe nehmen. Denn hinter den kleinen Titelwitzeleien steckt brettharter Hörstoff der aller obersten Güteklasse. Auch auf „Left Hand Pass“ hört man von der ersten Minute an , dass hier echte „Die Hards“ am Werk sind, die mit Herzblut und Leidenschaft und mit einem riesigen Talent an die Sache ran gehen. Der Sound brettert extrem mächtig aus den Boxen, das Schlagzeug leider nicht mehr so heavy wie auf den älteren Platten, aber schwamm drüber. Da wird gegroovet, gemosht und gebanged, dass es eine wahre Freude ist. Kreative Songstrukturen und frische Riffs und trotzdem einen ehrlich Old School Ton getroffen. Das vorab veröffentlichte „Chronik Breed“ ist nicht nur Anspieltipp, sondern auch das beste Beispiel für alles, was ich gerade beschrieben habe. Das ganze zieht sich dann auf gleichem Niveau durch das restliche Album, hier kann eigentlich anstandslos jeder Song als Hörprobe her halten.
Im Vergleich zum etwas kraftlosen Vorgänger wird hier also wieder deutlich eine Schippe drauf gelegt, und es scheint, als hätte man den Abgang von Weedgrinder und Nikropolis am Mikro und der Gitarre endgültig überwunden. Natürlich gilt auch bei Cannabis Corpse, dass die ersten Scheiben einer Band meist den schwersten Impact haben und auch für mich kommt „Left Hand Pass“ nicht an mein Lieblingsalbum „Tube of the resinated“ ran. Ändert aber alles nichts daran, dass wir hier ein Werk haben, das einfach unglaublichen Bock macht und dem man auch anhört, dass die Musiker Bock haben. Bock auf geilen, astreinen Death Metal. Nichts anderes bekommt man hier. Für mich ein Pflichtkauf.

Kai B.

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. The 420th Crusade (4:29)
2. In Dank Purity (2:57)
3. Final Exhalation (2:54)
4. Chronic Breed (4:46)
5. In Battle There Is No Pot (3:26)
6. Grass Obliteration (3:21)
7. Left Hand Pass (3:18)
8. Effigy of the Forgetful (3:32)
9. Papyrus Containing the Spell to Protect Its Possessor Against Attacks from He Who Is in the Bong Water (4:27)
10. The Fiends that Come to Steal the Weed of the Deceased (3:50)

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