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Pillorian – Obsidian Arc

Pillorian Obsidian xxlLabel: Eisenwald

Spielzeit: 48:24 Min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Agalloch sind Geschichte, doch die getrennten Wege der Protagonisten haben der Welt zwei neue, spannende Bands beschert: Khôrada und Pillorian. Erstgenannte haben ihr Debüt noch vor sich, während Pillorian ab sofort in den Anlagen all derjenigen explodieren sollten, die atmosphärischen Black Metal lieben, welcher sich weder in Beliebigkeit noch in „Post“-Attributen äußert.

„Obsidian Arc“ klingt nicht amerikanisch, es klingt interessanterweise durchweg europäisch. Mehr noch: es hört sich an wie ein vergessenes Juwel aus den Neunzigern. Im Spannungsgefüge zwischen ganz frühen Ulver und ebensolchen Throes Of Dawn („Dreams Of The Black Earth“) operiert die Band – erstgenannte werden in „A Stygian Pyre“ gar überdeutlich zitiert (man vergleiche mit „Bergtatt – Ind I Fjeldkamrene“). Die vereinzelten wilden Spitzen, welche die genannten Skandinavier damals noch hatten, finden sich auf „Obsidian Arc“ insgesamt weniger – womöglich auch Verdienst der im direkten Vergleich natürlich besseren Produktion – dafür jedoch lauscht man massiven, in reinstes Obsidian gegossenen Liedern.

Wenn man das Album aufmerksam und wiederholt erfahren hat, dann öffnen sich fürwahr die eichernen Tore von Waffenkammern, aus welchen heraus Katapulte den gebannten Hörer zurück in die Neunziger Jahre schießen. Es versucht mithin nicht krampfhaft, neues Land zu erobern. Dieses Album ist stattdessen ein kleiner Schatz, der den vollen Geschmack der Nostalgie in sich trägt, ohne auch nur eine einzige Sekunde lang generisch zu klingen oder aber wie ein banaler Abklatsch längst vergangener Größe erscheint.

Dieses Erstwerk transportiert wahre Sehnsucht und echtes Gefühl, hier winden sich die Melodien wie wilde Ranken in nebelverhangenen Wäldern, alldieweil sich der von der überwältigenden Schönheit der Natur erschöpfte Wanderer auf einem Bett aus Moos und Farn zur Ruhe legt – während doch im tiefen Gebüsch verborgen bereits das Verderben auf ihn lauert.

Jeder, der in den Neunzigern dem verwunschenen Reigen derjenigen Sorte an Black Metal-Veröffentlichungen mit naturromantischen Coverartworks verfallen war, der wird hier zugreifen müssen – und feststellen, dass mit Pillorian eine betörende neue Kraft entstanden ist, deren Zauber man sich kaum noch entziehen kann.

Daniel Lofgren

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. By the Light of a Black Sun (8:22)
2. Archaen Divinity (6:44)
3. The Vestige of Thorns (8:45)
4. Forged Iron Crucible (7:08)
5. A Stygian Pyre (5:05)
6. The Sentient Arcanum (2:43)
7. Dark is the River of Man (9:31)

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