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Black Trip: Shadowline

Black Trip ShadowlinexxlLabel: SPV/Steamhammer

Spielzeit: 41:11 Min.

Genre: Endsiebziger Hardrock / NWOBHM

Info: Facebook

Album kaufen: sm-metal-shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 28. August 2015

 

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: „Shadowline“ ist ein gutes Album und macht hinreichend Spaß, ist jedoch mitnichten die eierlegende Wollmilchsau, als welche es mancherorts gehandelt wird.

Geboten wird Endsiebziger-Hardrock an der Schnittstelle zur NWOBHM, unter anderem mit Parallelen zu den ersten beiden Iron Maiden-Alben (aufgrund des Gesangs, welcher Paul Di' Anno mitunter frappierend ähnelt). Auch die Produktion ist ganz im Geiste der heraufbeschworenen Zeit sehr natürlich und ansprechend gehalten worden. Die Songs klingen dabei vollkommen frei von der Leber weg musiziert und machen sich außerordentlich gut als Untermalung heißer Sommertage. So weit, so gut.

Letzten Endes stehen auf der Mängelliste aber leichte Kritikpunkte, welche das Album weder überragend noch sehr gut machen und stattdessen auf ein (immerhin tadelloses) „gut“ herunterbrechen:

Da wäre zunächst das Qualitätslevel der einzelnen Songs, welche nicht durchgängig das Niveau von Höhepunkten wie „Die With Me“, „Subvisual Sleep“ oder dem Titelsong halten. „Danger“ etwa ist etwas unspektakulär geraten, passt zudem nicht an die zweite Stelle des Albums und wäre unter dramaturgischen Gesichtspunkten bedeutend besser im letzten Drittel der Platte aufgehoben gewesen. Sehr gut ist jedoch der gequält ruhige Zwischenpart des Songs geraten und reißt dadurch manches wieder heraus. „Clockworks“ ist demgegenüber nahezu komplett austauschbar und belanglos, sorgt gar regelmäßig für ein gehöriges Abflachen der dem Album entgegengebrachten Aufmerksamkeit – diesen Song hätte man besser ganz streichen und/oder als B-Seite nutzen sollen.

Diese beiden Lieder sind der eine Kritikpunkt, der zweite kommt aus einer anderen Richtung: es gibt derzeit viele Bands, welche Proto-NWOBHM/NWOBHM-Wurzeln eleganter und energiegeladener in die Jetztzeit transportieren. „Shadowline“ macht zwar großen Spaß, klingt aber (und ich rede hier nicht vom Sound) minimal muffig; Bands wie (wahllos herausgegriffen) Züül, High Spirits oder auch Night Demon versprühen mehr Flair und Energie. „Shadowline“ brettert bei allem Wohlwollen teilweise mit angezogener Euphorie-Handbremse durch die Botanik - die ganz große Explosion bleibt aus. Live funktioniert das sicherlich besser und sorgt unter Umständen nachträglich für die hier auf Tondokument teilweise fehlende Frische.

Ergo: gutes Album, aufgrund der genannten Schönheitsfehler gleichwohl alles andere als bahnbrechend. „Shadowline“ ist wie gemacht für schöne Sommerabende im Jahr 2015, nicht mehr und nicht weniger – für längerfristige Gratifikationen oder die Ewigkeit gar sind andere bestimmt.

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

1. Die With Me 04:12
2. Danger 04:56
3. Shadowline 03:57
4. Berlin Model 32 04:09
5. Over The Worldly Walls 03:52
6. Clockworks 03:54
7. Rooms 00:46
8. Subvisual Sleep 03:04
9. Sceneries 03:28
10. The Storm 05:23
11. Coming Home 03:30

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