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Paradise Lost – The Plague Within

paradise lost the plage withinLabel: Century Media Records

Spielzeit: 50:09 Min.

Genre: Death Doom / Gothic Metal

Info: Facebook

Album kaufen: sm-metal-shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Der Vorgänger „Tragic Idol“ war für mich die Kehrtwende, das erste wirklich überzeugende Paradise Lost-Album NACH dem schändlich unterbewerteten „Host“ von 1999. Doch erst jetzt ist die Band, welche für mich persönlich das Maß aller Dinge im Metal der Neunziger war, zu ihrer alten Stärke zurückgekehrt.

„The Plague Within“ bringt mich emotional ganz ohne Umwege zurück in die goldenen Neunziger, mitten hinein in die Jahre meiner Jugend. Und in diesem Jahrzehnt war jede der sieben damaligen Paradise Lost-Platten, angefangen von dem den Death Doom definierenden Debüt „Lost Paradise“ bis hin zum Synthie-Pop eines „Host“, eine XXL-Wertung. Das gab es danach nie wieder, nicht einmal ansatzweise. Bis heute.

Gregor Macintosh hat sich zwischenzeitlich mit Vallenfyre ein musikalisch herausragendes zweites Standbein geschaffen, auch Nick Holmes ist durch seine Verpflichtung bei Bloodbath zu den todesmetallischen Wurzeln von dereinst zurückgekehrt. Die Neubesinnung auf die musikalischen Anfänge war mithin logisch und in der Presse auch lange angekündigt. Ich persönlich habe mir ein Werk im Stile von „Lost Paradise“ erhofft, was ganz klar nicht der Fall ist.

„The Plague Within“ verbindet stattdessen auf schier unfassbare Art und Weise alle bisherigen musikalischen Stränge der Band-Historie und verwebt diese zu hochemotionalen Klangteppichen, welche so tief den legendären Geist dieser Band atmen, dass es den Fans der alten Tage die Freudentränen in die Augen treiben muss. Der Schwerpunkt liegt klar und eindeutig auf den glorreichen Neunzigern.

Niemand hat im extremen Metal-Bereich je solch emotionale Farbpartikel mit seiner Gitarre in unser tristes Dasein gezaubert wie Greg Macintosh, und auf „The Plague Within“ greift er endlich wieder in die Vollen, zaubert eine hochgradig bewegende Harmonie nach der nächsten ins Diesseits. Und es ist mehr als ein reiner Anachronismus, was hier geboten wird. Dieses Verweben aller bisherigen Karriereelemente unter einem gemeinsamen Banner ist eine schwierige Kunst – man denke etwa an die göttlichen Voivod, welche dies auf ihrem stilistischen Rundumschlag „Target Earth“ von 2013 nicht einmal ansatzweise so überzeugend geschafft haben. Und überhaupt – eine Band, welche 25 Jahre nach Veröffentlichung ihres Debüts noch einmal ein solch qualitativ erhabenes, nahezu auf Augenhöhe mit allen eigenen Klassikern stehendes „Alterswerk“ schafft – das ist wahnsinnig selten. Paradise Lost haben dies mit ihrem neuen Album unerwartet gemeistert.

Anspieltipps verbieten sich, das Album ist durchgängig ein absoluter Hörgenuss. Kein Fan der alten Tage darf dieses unglaubliche Wiederentdecken sämtlicher Stärken und Tugenden der ersten Banddekade ungehört an sich vorüberziehen lassen.

Für mich ohne jede Diskussion das beste Metal-Album des ersten Halbjahres 2015. Und damit hatte ich im Leben nicht gerechnet. Was für eine Überraschung; welch ein herausragendes Album!

Daniel Lofgren

XXL WertungXXL

Tracklist:

01. No Hope In Sight
02. Terminal
03. An Eternity Of Lies
04. Punishment Through Time
05. Beneath Broken Earth
06. Sacrifice The Flame
07. Victim Of The Past
08. Flesh From Bone
09. Cry Out
10. Return To The Sun

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