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Aeons Confer - Symphonies Of Saturnus

aeons confer 2013Label: Eigenproduktion

Spielzeit: 78:28 Min.

Genre: Modern Symphonic Dark Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: ereits erschienen

 

Seit 1997 krebsen die Aeons Confer Jungs durch die Hamburger Szenerie und nun erscheint nach zwei EPs und einigen Besetzungswechseln das langerwartete (und ewig angekündigte) erste Vollzeitalbum „Symphonies of Saturnus“.
Mit fast 79 Minuten Spielzeit reizen die Hanseaten das Maximum einer CD bis zum get-no aus und verlangen von dem Hörer zugegebenermaßen einiges an Durchhaltevermögen ab. Wenn man sich allerdings auf diesen Trip einlässt, wird einem bewusst, weshalb das gute Stück so lange auf sich warten lies.
Ihren Stil beschreiben Aeons Confer selbst als „Modern Symphonic Dark Metal“, was man sicherlich so stehen lassen kann, aber wer nun eine Verbindung zum Trällerelsen Metal a la Nightwish und Co. sieht, könnte falscher nicht liegen. Trotz des Bombastes, den „Symphonies of Saturnus“ zu Hauf bietet, erinnert die musikalische Basis an jene Zeit, als das norwegische Studio Akkerhaugen in schöner Regelmäßigkeit Alben wie „IX Equilibrium“ (Emperor), „Deathmachine“ (Myrkskog) oder Zyklons „World ov Worms“ produzierte und damit einen interessanten Hybriden aus Black Metal und kaltem Todesstahl schuf. Ergänzt wird dieser Mix mit dem oben erwähnten Bombast, der nicht selten an Dimmu Borgirs „Spiritual Black Dimensions“ erinnert und zum Teil sogar auf Augenhöhe mit Devin Townsends Blockbustersounds ist.

Das mag nun etwas strange klingen, macht in der Praxis aber total Sinn, da Aeons Confer aus den eben erwähnten Zutaten einen eigenständigen Mix erschaffen haben, der wie die Faust ins Gretchen zum Konzept (es behandelt einen „Protagonisten, der sich durch die Befolgung der saturnischen Prinzipien transformiert und auf eine Reise voller Dunkelheit und Dystopie begibt“ – O-Ton Band) der Scheibe passt.
Interessant ist vor allem die Entwicklung, die sich im Laufe der 78 Minuten zeigt: Während die Hamburger Anfangs ein ziemliches Brett fahren („ESP“, „Colossal Void“), werden die Songs mit zunehmender Dauer atmosphärischer („Alienate“) und mit „Aeonized“ und „Aeons to come“ werden zwei Mini-Hits angeboten, die angenehm aus dem komplexen Material hervorstechen.
Das enorm spannende und abwechslungsreiche „Renaissance“ ist für mich das Filetstück von „Symphonies of Saturnus“, bei der alle Trademarks der Band zum tragen kommen. Stimmungsvolle SIFI Atmosphäre trifft auf Blastbeats trifft auf große Breitwand Sounds und über allem stehen die sparsamen, aber wirkungsvollen eingesetzten Cleanparts von Sänger Bernhard. Da spielt es überhaupt keine Rolle, dass mal eben so Zwölf Minuten vergangen sind, bis der Track endet.
Zum Abschluss haut die Band die „Symphonies of Saturnus“ Trilogie raus (insgesamt knapp 18 Minuten lang!), bei der die Parts noch verspielter und ausladender als bei dem eben erwähnten „Renaissance“ wirken und einen gelungenen und erhabenen Abschluss bilden.

„Symphonies of Saturnus“ ist vieles: detailverliebt, komplex, anspruchsvoll, überaus präzise, opulent, zuweilen anstrengend und vielleicht sogar etwas zu lang geraten für die Fastfood Mentalität, die mittlerweile auch die Metalszene erreicht hat. Man braucht schon etwas Ausdauer, damit sich das Album komplett entfalten kann. Aber wenn es gezündet hat, entpuppt sich das Debütwerk (welches übrigens von der Band selbstproduziert wurde) zu einer äußerst spannenden Köstlichkeit.

Sven Meier

XXL-BewertungXL

Tracklist:

Signals
ESP
Colossal Void
Probe
Alienate
Aeonized
Aeons To Come
Descent
Renaissance
The Order Of Equilibrium
Symphonies Of Saturnus Part 1 - The Inheritance
Symphonies Of Saturnus Part 2 - The Proof
Symphonies Of Saturnus Part 3 - The Synthesis
Supremacy

XXL-Tipp

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