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Tempel – On The Steps Of The Temple

tempel-steps-tempelLabel: Prosthetic Records / Sony

Spielzeit: 53:39 Min.

Genre: Post Metal/Progressive

Info: Bandcamp

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Tempel aus Phoenix, Arizona existieren bereits seit 2003, kamen aber durch den Weggang dreier Gründungsmitglieder nicht so recht in Gang. So dauerte es bis in das Jahr 2012, bis sie ihr Debüt „On The Steps Of The Temple" veröffentlichen konnten. Ihre rein instrumentale Richtung kann man gut dadurch erklären, dass die beiden Mitglieder Ryan Wenzel und Rich Corle kein gesangliches Talent besitzen und es auch nicht für notwendig erachteten, Gesang in ihre Songs einzubauen.
Prosthetic Records wurde auf die Band aufmerksam und veröffentlichte ihre Platte kurzerhand Anfang 2014 neu. Werfen wir mal einen Blick auf das Ergebnis:

Der Opener „Mountain" ist durch seine düstere Grundstimmung sehr Black-Metal-lastig ausgefallen und während der 8 ½ Minuten passiert auch nicht viel. Wenn man dabei auf das schlichte Plattencover blickt, das einen Tempel auf der Bergspitze zeigt, dann kann man durchaus seine Phantasie freien Lauf lassen. Die Arbeit von den Instrumenten, besonders der Drums kann sich sehen und hören lassen. Ansonsten ist der Track relativ unspektakulär.
„Rising From The Abyss" setzt den düsteren Trend fort, klingt dabei aber wesentlich einladender. Was zunächst abwechslungsarm klingt, ist bei näherer Betrachtung ein Ausschöpfen des Potenzials eines Musikstücks. Post Rock/Metal lebt schließlich davon, das Beste aus einem Klangbild zu machen, indem man die Grundstruktur mit fein abgestimmten Phrasierungen bestückt. In diesem Track gelingt das nach ausdauerndem zuhören ganz gut und das Timing der beiden Musiker ist beachtlich.

„Final Years" ist zwar der mit Abstand kürzeste Track (4 ½ Minuten!) auf der Platte, bringt aber nach den düsteren Tracks mehr Ruhe in das Gesamtkonstrukt. Die Untermalung mit Piano und cleaner Leadgitarre verschaffen einen chilligen Moment, in dem man sich gerne versinken möchte. Cooler Kontrast zum bisher gebotenen.
Die Ruhe wird jäh unterbrochen von dem folgenden Track „The Mist That Shrouds The Peaks", dass zunächst einfach nur den Hauptriff runterbrettert. Somit wird der nächste Spannungsbogen aufgebaut, der das akustische Storytelling fortsetzt. Dazwischen wird noch ein kurzes Gitarrensolo eingebaut und gleich danach geht es wieder in den Hauptriff über.

Weiter geht es mit „Avaritia", das sich auch erstmal aufbauen muss. Hier spielt man mit wesentlich mehr ruhigen Momenten als zuvor, dennoch hält man sich mit instrumentalen Ausreißern eher bedeckt. Der Soundteppich ist bunt gemischt, so klingt es erst nach Black Metal, dann nach Grunge, dann wieder BM. Das ungestüme Klangbild, was sich ab dem Mittelteil ergibt, zieht den Track etwas nach unten, vernichtet ihn aber auch nicht. Noch ein paar Blast Beats dazu und schon wird der Track wieder interessanter. Es lohnt sich übrigens, den Track ganz anzuhören, denn es gibt noch ein melodiöseres Interlude zum Schluss, der das Gesamtbild des Songs aufwertet.

Zu guter Letzt darf sich der Titeltrack einreihen und der erdachte Protagonist ist nun endlich am Tempel angekommen. Erst ein ruhiger Beginn, dann schreddern die Killerriffs und Blast Beats nur vor sich hin. Das Klangbild wechselt durch den häufigen minimalen Tempowechsel häufig, merkt man aber bei leichtem hinhören nicht allzu sehr. An sich bietet der Track nicht viel interessantes, bleibt aber dennoch in sich solide. Mit Regenplätschern und einer sanft gespielten Gitarre verabschiedet sich der Song auch nach fast 12 Minuten und hinterlässt einen guten Eindruck.
Man merkt der Platte deutlich an, dass sie lange Zeit hatte, sich zu entwickeln. Die Songs selbst sind gut strukturiert, das Timing ist exzellent und das Gesamtbild funktioniert bestens. Manchmal hat man aber dennoch den Eindruck, dass hier und da Gesang nicht geschadet hätte, besonders bei dem Opener könnte man da gut Lyrics einbauen. Trotzdem kann sich das Debüt der beiden Amerikaner durchaus hören lassen, auch wenn man erstmal mit dem Material warm werden muss.

Fazit:
„On The Steps Of The Temple" ist ein gutes Album, was Post Metal Liebhaber gerne in ihre Sammlung aufnehmen dürfen. Wenn die Platte nicht gleich zündet, dann gebt ihr ein wenig Zeit, sie wird von mal zu mal besser.

XXL-WertungL

Ben Denkers

Tracklist:

1. Mountain
2. Rising From The Abyss
3. Final Years
4. The Mist That Shrouds The Peaks
5. Avaritia
6. On The Steps Of The Temple

 

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