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Aktuelle Seite: StartseiteTonträger-ReviewsKrachmanifest #3

Axel Rudi Pell: Game of Sins

axel rudi pell game sins 8437Label: Steamhammer

Spielzeit: 64:26 Min.

Genre: Hard Rock

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 15. Januar 2016

 

Was der Axel rausbringt, hat Hand und Fuß und ist qualitativ grundsätzlich hoch anzusiedeln. Das wird sich in diesem Universum auch nicht mehr ändern und da bin ich verdammt froh drüber!

Denn die Qualitäten des Ausnahmegitarristen hier bei mir "umme Ecke" (wie wir Ruhrpöttler zu sagen pflegen!) dürfen mittlerweile auch dem letzten Grindcore-Fanatiker zu Ohren gekommen sein. Axel Rudi Pell und seine (ebenfalls hervorragenden!) Mitstreiter bieten in regelmäßigen Abständen (das Vorgängeralbum "Into the storm" kam fast genau zwei Jahre vorher heraus!) erstklassige Hard Rock dem begeisterten Publikum an und genau so verhält es sich auch diesmal wieder! Das ungewöhnlich Intro "Lenta Fortuna" irritiert ganz kurz, aber dann geht es sofort in die Vollen und die Kollegen zeigen ihr ganzes Können. Und das bedeutet, über eine Stunde grandiose Songs, die selbstverständlich die typischen Einflüsse von "Rainbow" bis "Led Zeppelin" erkennen lassen, aber damit kann man ja nicht viel falsch machen und gehört einfach dazu! Zumal wenn man mit soviel Talent bedacht wurde wie Kollege Pell.

Auch Sänger Johnny Gioeli singt wieder einmal ganz wunderbar (auch wenn ich mir immer noch Jeff Scott Soto zurück wünsche!) und veredelt wirklich jeden Song. Im direkten Vergleich mit dem wahnsinnig geilen Vorgänger-Album (das hat damals von mir die Höchstnote bekommen!) belegt "Game of sins" zwar nur den zweiten Platz, aber das ist eh nur knapp und wir bewegen uns wie schon erwähnt auf verdammt hohem Niveau! So kann der Herr Pell sehr gerne noch ein paar Jahrzehnte weitermachen!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklisting Digipak:

1) LENTA FORTUNA (INTRO) 01:24
2) FIRE 05:34
3) SONS IN THE NIGHT 05:07
4) GAME OF SINS 08:43
5) FALLING STAR 05:14
6) LOST IN LOVE 06:07
7) THE KING OF FOOLS 04:58
8) TILL THE WORLD SAYS GOODBYE 07:40
9) BREAKING THE RULES 05:07
10) FOREVER FREE 08:29
11) Bonustrack:ALL ALONG THE WATCHTOWER 06:03

Hostium: The Bloodwine of Satan

Hostium The Bloodwine of Satan CD LPLabel: Iron Bonehead

Spielzeit: 37:01 Min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Vor acht Jahren gegründet war es nach ihrem Demo "Pissing incest on the virginborn" (Was für ein Titel! Mehr Black Metal geht nicht!) sehr schnell wieder totenstill um die Kanadier. Aber nicht für immer, denn nun stehen sie wieder auf der Matte und haben ein ganz frisches Album mitgebracht!

"The bloodwine of Satan" ist purer, unverfälschter Black Metal geworden und gefällt mir ganz ausgezeichnet! Kein Schnickschnack, keine schmückenden Elemente, hier gibt es nur hasserfüllte Aggression und Huldigungen an den Gehörnten! Das Trio (die übrigens alle auch bei "Nordwind" spielen!) schafft es, mit den klassischen Zutaten und gekonntem Spiel mit dem Tempo, eine tiefschwarze und bitterböse Atmosphäre zu kreieren, die so richtig schön altmodisch daherkommt.

Die Produktion ist angemessen dreckig, auch hier hat die Band alles richtig gemacht. Ein verdammt geiles Old School Black Metal Album, das intensiv den Geist alter Zeiten transportiert. Von solcher Musik kann man gar nicht genug bekommen!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Through Realms Of Oblivion
2. Holy Spirit Of Satan
3. Bloodwine Chalice
4. Arcane Deathwomb
5. Epitaph
6. From Soulless Ruins
7. Epitaph
8. Thirst For Destruction / Heathen Burial

Ur Draugr: With Hunger Undying

Ur Draugr  With hunger undyingLabel: ATMF

Spielzeit: 45:55 Min.

Genre: Progressiver Black/Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Aus dem fernen Australien kommt diese Band, doch wer sich jetzt schon auf das typische "Koala-Getrümmer" freut, der tut dies zu früh! Denn "Ur Draugr" sind anders. Das merkt man schon am herrlichen (aber untypischen!) Cover, ganz schnell aber auch an der Musik.

Die Australier sind komplex, kompliziert und kreativ, man kann ihren angeschwärzten Death Metal (oder andersherum!) sicherlich als progressiv einordnen und bezeichnen. Dabei geben sie nie zu viel von der nötigen Brutalität ab, verlieren sich auch nicht in selbstverliebten Kunststückchen, auf der anderen Seite gibt es auf "With hunger undying" zu keiner Zeit Musik von der Stange! Wie so oft bei solchen Alben benötigt man natürlich ein oder zwei Durchläufe mehr, um das Ganze komplett zu verarbeiten, aber auch das hält sich in Grenzen. Man muss hier definitiv keinen Crossover-Overkill wie zum Beispiel bei "Dan Deagh Wealcan" befürchten.

"Ur Draugr" gehen eigene Wege, sind aber nie zu weit von den Wurzeln des Black, bzw. Death Metal entfernt! Ein hochinteressantes und intelligentes Album, das Eure Aufmerksamkeit definitiv verdient hat!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Fertile Crescent 08:40
2. Seeds Sown in Famine 05:42
3. Rise Of The Thaumaturge 03:16
4. Solace Within Torpor 05:58
5. Augur Incarnate (Distended Crown) 04:50
6. Cult Of The Greatwurm 05:23
7. Lethe Drinker 02:45
8. With Hunger Undying 09:21

Toothgrinder: Nocturnal Masquerade

toothgrinder nocturnalLabel: Spinefarm Records

Spielzeit: 48:37 Min.

Genre: Metalcore/ New Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 29. Januar 2016

 

Holla, die Waldfee! Hätte mir jemand die ersten 77 Sekunden des ersten Tracks 'The House (That Fear Built)' von 'Nocturnal Masquerade' vorgespielt, ich hätte sehr wahrscheinlich vermutet, dass es sich bei diesem um älteres Material der Maskenträger von Slipknot handelt. Bellender Gesang, schräge Gitarrenmelodien und ein Mordstempo. Dann folgt ein vertrackterer Part, der so auch von Tool sein könnte. Und ab 1 Minute 41 bekommen wir ne erstklassige Hookline mit famosem cleanen Gesang zu hören, was irgendwie schon in Richtung Staind geht. Und wundersamer Weise gelingt es der Band, das alles wie aus einem Guss wirken zu lassen. Ähnlich verhält es sich auch mit den restlichen elf Stücken, welche allesamt sehr abwechslungsreich und vielschichtig sind, ohne sich auch nur eine Sekunde in vermeintlich wohlgefälligem Mainstream-Metal zu verlieren; dafür sorgen allein schon die Deathcore-Anteile, aber auch experimentellere Parts mit mehrstimmigem Gesang, wüsten Keyboard-Spielereien und abgefahrenen Samples.
Die Produktion ist natürlich allererster Sahne, d. h. das Gebotene ballert schon äußerst druckvoll aus den Boxen und wird nicht nur Helene-Fischer-Fans zermürben, haha!
Auch wenn die Fraktion der "wahren Metaller" es wohl nicht hören will: das hier ist eine sehr gelungene Mischung aus dem ach so verachteten New Metal und dem noch mehr verhassten Metal- bzw. Deathcore UND sehr, sehr gediegen. Jedem Fan härterer Musik, der sich traut, auch mal modernere Sachen wie Fear Factory, Meshuggah, Bullet For My Valentine oder Stone Sour zu hören, wird mit vorliegendem Output mit Sicherheit seine helle Freude haben.
Hier noch die Eckdaten, ausnahmsweise mal zum Schluss: das Quintett Toothgrinder kommt aus dem US-amerikanischen Bundesstaat New Jersey, gründete sich 2010 und veröffentlichte in den Jahren 2011, 2012 sowie 2014 jeweils eine EP. 'Nocturnal Masquerade' ist das Debütalbum des Fünfers.

Kai Ellermann

XXL WertungXL 1

Tracklisting:

01. The House (That Fear Built)
02. Lace & Anchor
03. Coeur d'Alene
04. I Lie In Rain
05. Blue
06. The Hour Angle
07. Dance Of Damsels
08. Diamonds For Gold
09. Nocturnal Masquerade
10. Despondency Dejection
11. Schizophrenic Jubilee
12. Waltz Of Madmen

Abbath: Count the Dead (7")

Abbath Count The DeadLabel: Season of Mist

Spielzeit: 08:01 Min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Soundcloud

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Es ist zwar schon ein paar Tage her, dass Kollege Abbath diese fröhliche kleine EP herausgebracht hat, aber durch die ganzen Feiertage hat sich meine Lieferung aus Frankreich etwas verzögert.

Auf der 7" werden uns zwei Songs dargeboten, erster ("Count the dead") wird uns auch auf dem Ende des Monats erscheinenden Longplayer begrüßen. Und der Song hat es in sich! Sehr wuchtig, mit viel Power erinnert er an Immortal in ihrer Spätphase aber deutlich roher! Eine Mischung, die mir ausgezeichnet gefällt und mich sehr neugierig auf das kommende Album macht. Der zweite Track ist eine Coverversion des Judas Priest Klassikers "Riding on the wind" (gibt es übrigens nur auf dieser EP!), die ich ebenfalls als ausgesprochen gelungen bezeichnen möchte. Abbath hat definitiv sein Feuer noch lange nicht verloren (dafür verliert er ständig Bandmitglieder!!).

Wer die EP sein Eigen nennen möchte, sollte unbedingt beim Label selber bestellen, dort gibt es zum jetzigen Zeitpunkt (06.01.2016) sogar noch die limitierte Version in "Clear Vinyl"! Bei Ebay gibt es das Teil nämlich schon jetzt zu unverschämten Wucherpreisen!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

Count The Dead
Riding On The Wind

Bode Preto: Mystic Massacre

Bode Preto  Mystic massacreLabel: Iron Tyrant

Spielzeit: 29:26 Min.

Genre: Gothic Rock / Death Rock / Postpunk

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 07. Januar 2016

 

Black Metal aus Brasilien, da fallen einem ja direkt solch illustre Namen wie "Sarcofago" oder "Holocausto" ein. Und wer auf deren herrlichen Krach steht, der kann auch bei "Bode Preto" (portugiesisch für "Black Goat") nicht viel falsch machen.

Hier werden ordentlich akustische Prügel verteilt, zwar mit einer nur mittelprächtigen Produktion, aber das gehört a) ja irgendwie dazu und b) gewöhnt man sich erstaunlich schnell daran. Der ganze Spaß hat natürlich einen südamerikanischen, nein ich würde sogar sagen typisch brasilianischen Touch, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass ehemalige und aktuelle Mitglieder der oben bereits erwähnten Bands bei "Bode Preto" mitlärmen. Leicht "angedeathter" Black Metal, immer schön aggressiv und mit hohem Tempo gespielt.

Klar ist 'ne knappe halbe Stunde zum Normalpreis eine Frechheit, trotzdem ist die Mucke recht cool. Ob man mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis zufrieden ist, muss jeder selber entscheiden.

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

1. Intro 00:24
2. Deep Reality 02:03
3. Dark Obsession 02:13
4. Maze of Mirrors 01:10
5. Mystic Massacre 02:50
6. Dirty Honey 01:59
7. Absurds of Violence 01:38
8. Unknown Woman 02:52
9. Wraith / The Stage and the Meadow 04:03
10. Seizures of Fear 02:11
11. Parade 02:40
12. Feet of Clay 02:00
13. Lethargy 02:18
14. Outro 01:05

Christian Death: Atrocities

CHRISTIAN DEATH Atrocities 1986Label: Season of Mist

Spielzeit: 41:03 Min.

Genre: Gothic Rock / Death Rock / Postpunk

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 08. Januar 2016

 

Bei „Atrocities“ handelt es sich um das vierte, erstmals im Jahre 1986 veröffentlichte Album der Kultband Christian Death. Es war nach der EP „The Wind Kissed Pictures“ das Full-Length-Sangesdebüt von Valor Kand – nachdem der legendäre Rozz Williams, welcher zuvor am Mikro der Band gestanden und mit Christian Death unter anderem das sagenumwobene Debüt „Only Theatre Of Pain“ (1982) aufgenommen hatte, aus der Band ausgeschieden war.

„Atrocities“ wird nun gemeinsam mit seinem Nachfolger „The Scriptures“ (1987) wiederveröffentlicht, und in einer Welt, welche gerade so empfänglich für diese Art von Musik wie lange nicht mehr scheint (Stichworte: Beastmilk/Grave Pleasures, Publicist U.K., Ketzer, Secrets Of The Moon, Tribulation...), sollte dies manchem Musikliebhaber als willkommene Einladung gelten, sich näher mit dieser einflussreichen Band zu befassen.

„Atrocities“ ist ein Konzeptalbum, dessen Texte ausschließlich den Holocaust behandeln und insbesondere auch das Grauen von Auschwitz im Fokus haben – wobei sie durchaus erträglich sind und man die meisten davon ohne diese Informationen unter Umständen vollkommen anders verorten und verarbeiten würde. Slayer haben die Thematik jedenfalls 1986 mit „Angel Of Death“ deutlich unappetitlicher verarbeitet. Die Musik von Christian Death bietet dazu Siouxsie And The Banshees-artigen Wohlklang („Tales Of Innocence“, gesungen von der großartigen und Siouxsie nicht unähnlich klingenden Gitane DeMone), hektisch-euphorischen Postpunk-Wahn („Strapping Me Down“), majestätisches, mit ganz großen Gesten versehenes Schwelgen („The Danzig Waltz“) sowie regelrechte Hits („Chimere De-ci De-la“ - wobei gerade dieser Song den neben „The Death Of Josef“ offensichtlichsten Text hat und dadurch den im Vergleich zum Rest regelrecht „poppigen“ Appeal komplett ad absurdum führt).

Außerdem enthält es eine Einspielung des notorischen, im Jahr 1933 von dem ungarischen Pianisten Rezso Seress geschriebenen „Gloomy Sunday“ - welches durch den späteren Text von László Jávor auch als „ungarisches Selbstmordlied“ bekannt sowie später von Künstlern wie Billie Holiday gecovert wurde – die ihn wiederum in ihrer Version von 1941 weltberühmt machte. Es geht um den Tod eines geliebten Menschen, nach welchem der Trauernde schließlich Selbstmord verübt – Kontroversen und diverse Banne des Songs haben ihn in seiner langen Geschichte begleitet, angeblich wurden überproportional viele Selbstmorde zu ihm verübt (Gloomy is Sunday / With shadows I spend it all / My heart and I have decided to end it all / Soon there'll be candles and prayers that are sad / I know, let them not weep / Let them know that I'm glad to go). Christian Death bedienen sich der durch Billie Holiday abgewandelten lyrischen Form, der Song bleibt durchaus jazzig, aber natürlich mit gehörigem gotischen Touch.

„Atrocities“ ist – wenn man den Hintergrund mitbedenkt und die Stimme nicht nur als Instrument ansieht, sondern sich mit den durch diese vermittelten Worten auseinandersetzt – ganz eindeutig kein Album für fröhliche Stunden. Es ist ein gerade auch aufgrund seines irritierenden Wohlklangs subtil schockendes Gesamtkunstwerk, welches den Wahnsinn unserer Welt lauernd in den Raum stellt, ohne ihn dabei auch nur ein Jota erträglicher zu machen. Es erzählt von individuellen Eindrücken des Schreckens, berichtet in kleinen Episoden vom Grauen im Angesicht des Unfassbaren. Und die Musik dazu – sie ist großartig.

Wer sich also gar nicht erst auf die Lyrics sowie den Gesamtkontext des Albums einlassen mag, der sollte dennoch zugreifen – denn man erhält unabhängig davon einfach ein enorm stimmungsvolles, abwechslungsreiches Album im Abenteuerland zwischen Gothic Rock, Postpunk und Death Rock.

Daniel Lofgren

XXL WertungXL 1

Tracklisting

"Prologue"
A1. Will-o-the-Wisp
A2. Tales of Innocence
A3. Strapping Me Down
A4. The Danzig Waltz
A5. Chimere De–ci De-la

"Finale"
B1. Silent Thunder
B2. Strange Fortune
B3. Ventriloquist
B4. Gloomy Sunday
B5. The Death of Josef

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