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Arroganz - Erzketzer

Arroganzxxl 2019Label: FDA Records (CD) + Supreme Chaos Records (LP)

Spielzeit: 19:18 min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 28. September

Was war das letzte Werk von Arroganz "Primitiv" (Review hier!) doch für ein unglaublich bösartiger Brocken Musik! Da ist man natürlich auf den Nachfolger gespannt wie Nachbars Lumpi, gerade auch weil "Erzketzer" den zweiten Teil einer Trilogie darstellt, was nahelegt, dass man den eingeschlagenen musikalischen Weg konsequent weitergehen wird. Und so ist es auch, die EP knüpft nahtlos an ihren Vorgänger an und erfreut (nein begeistert) erneut mit einer tonnenschweren, dunklen Atmosphäre und drei frischen Songs, welche wieder diese unverwechselbare dreckige Mischung aus Death, Black und Doom zelebrieren, die derart keine andere Band zu spielen imstande ist. Extrem geil, wobei man noch sagen muss, dass sich die Platte bei jedem Durchlauf etwas weiter offenbart und immer neue Facetten und Nuancen freigibt. Im direkten Vergleich mit "Primitiv" kann "Erzketzer" zwar nicht ganz mithalten, was meiner Meinung aber an der Kürze der CD liegt. In knapp zwanzig Minuten kann sich diese mächtige Kraft einfach nicht so intensiv entfalten, wie bei einem Longplayer, was die Qualität des Tonträgers aber in keiner Weise schmälert. Hier ist Gänsehaut vorprogrammiert! Ich bin jetzt schon ganz heiss auf den letzten Teil der Trilogie!!!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Erzketzer
2. By Glowing Chains
3. As Furious Wings Cast Long Shadows

Ultha - The Inextricable Wandering

ultha 2018xxlLabel: Century Media Records

Spielzeit: 68:29 min.

Genre: Atmospheric Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 05. Oktober 2018

Ultha haben meines Erachtens ja noch nie was Schlechtes veröffentlicht und gerade auch ihr letzter Longplayer war echt großartig! Aber gegen das, was die Kölner jetzt mit "The inextricable wandering" auf den Markt werfen, ist "Converging sins" ein kalter Furz. Schon der Opener "The Avarist" ist dermassen majestätisch und erhaben, dass man sich gar nicht mehr einkriegen möchte. Ungeheuer intensiv und kraftvoll startet man in das neue Werk, dass man sich fragt, ob sie dieses Niveau überhaupt ein ganzes Album lang halten können? Was für eine Frage! Mit Links!!! Ohne zu übertreiben: Das hier ist atmosphärischer Black Metal in Perfektion! Die Musik fegt Dich weg, hebt Dich empor in andere Sphären und man will gar nicht mehr in die Realität zurückkehren! Was neben dem extrem hohen Niveau noch dazukommt: Das Album ist extrem homogen und erklingt wie in einem Guss. Da stört es überhaupt nicht, wenn mal eben so ein fast sieben Minuten langes Instrumentalstück ("There is no love, high up in the gallows") dazwischen geschoben wird, ganz im Gegenteil, es verstärkt die Intensität der Atmosphäre nur noch! Da dürfte es auch niemanden verwundern, dass alle Stücke trotz so mancher Überlänger (der abschliessende Song "I'm afraid to follow you there" ist fast zwanzig Minuten lang!!) zu keiner Sekunde langweilig sind oder sich wiederholen - das muss Euch erst mal einer nachmachen! Ein grandioses Werk mit einer starken und fesselnden Atmosphäre (die auch einen schönen mystischen Touch hat!) - hier etwas anderes als die Höchstnote zu vergeben, wäre wahrlich frevelhaft!

Christian Hemmer

XXL WertungXXL

Tracklist:

1. The Avarist (Eyes Of A Tragedy) [14:55]
2. With Knives To The Throat And Hell In Your Heart [10:57]
3. There Is No Love, High Up In The Gallows [6:57]
4. Cyanide Lips [9:23]
5. We Only Speak In Darkness [7:27]
6. I'm Afraid To Follow You There [18:50]

Kommandant - Blood Eel

Kommandant  Blood EelLabel: ATMF Records

Spielzeit: 42:55 min.

Genre: Black/Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Herrlich - die Gasmasken-Fetischisten aus Chicago kommen endlich mit ihrem dritten Longplayer in die Pötte! Nix gegen Splits (von denen es in den letzten drei Jahren seit dem letzten Album "The architects of extermination" ganze vier Stück gab), aber so fast 50 Minuten am Stück gefällt mir der akustische Wahnsinn der Amerikaner am Besten! Und sie überzeugen mich wieder einmal auf ganzer Linie! Erstklassiger Black Metal, mit einigen Elementen des Death Metals aufgeputscht und mit einer ungeheuren Wucht und Energie dargeboten - so gefällt mir das! Die Atmosphäre ist bösartig bis ins Knochenmark und hat einen ganz leichten Industrial-Charakter, was ich an der Band sehr mag und was ihren Sound unverwechselbar macht. Ich denke mal, dass die Allermeisten die Kollegen bislang gar nicht kennen, holt das unbedingt nach - es lohnt sich! Und bevor sich die PC-Fraktion wieder aufregt (aufgrund der Gasmasken und Militär-Optik der Kollegen) - nein, das sind keine bösen Nazis, sondern das Thema "Krieg" wird hier konsequent durchgezogen (was bei Bands wie Bolt Thrower alle geil fanden...) und textlich wie optisch umgesetzt. Muss man nicht mögen, braucht man aber nicht zu boykottieren. Musikalisch ist der Spaß dagegen unbestritten großartig und ich kriege "Blood Eel" im Moment kaum aus meinem Player - hoffentlich kommt da irgendwann auch noch 'ne Vinyl-Version!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Absolutum 04:05
2. Blood Eel 07:15
3. The Struggle 05:25
4. Ice Giant 08:47
5. Cimmerian Thrust 07:42
6. Aeon Generator 07:10
7. Moon…The Last Man 08:14

Weak Aside - Forward Into Darkness

weak asinde 2018xxlLabel: FDA Records

Spielzeit: 42:55 min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 28. September

So, heute ist Sonntag, das bedeutet, heute ist Death-Metal-Tag (dabei ist jeder Tag Death-Metal-Tag; außer Montag - da ist Punk-Tag). Wollen doch 'mal schauen, was da heute auf dem Speiseplan steht: Ah ja, Weak Aside, jawoll!!! Die ostfriesische Death-Metal-Mähmaschine ist anno 2018 also wieder mit einer taufrischen Platte am Start: 'Forward Into Darkness' heißt das schmucke Stück (das Cover (Necromaniac Artworks) ist wahrlich erste Sahne!!!) und ist die dritte Scheibe der Band aus Otto-Waalkes-City. Album Nummer zwei, 'The Next Offensive' von 2015, kam bei uns damals ja ziemlich gut weg. Wollen doch 'mal schauen, was sich seitdem bei der Kapelle getan hat und was der neue Output kann...

Der Bandinzest in Ostfriesland (Achse des Bösen Leer - Aurich - Emden) ist ja vergleichbar mit dem in Schweden, wenn nicht sogar schlimmer: jeder macht's mit jedem. So war und ist das auch bei Weak Aside nicht anders; bereits diverse Musiker aus der zuvor genannten Szene gaben und geben sich gegebenenfalls auch in Zukunft die Klinke in die Hand. Seit 'The Next Offensive' halten sich die Besetzungswechsel allerdings in Grenzen: E-Basser Axel Pahl (unter anderem ehemaliges Mitglied von Dew-Scented und Obscenity) verließ die Band 2017, woraufhin Shouter Tom Zorn von der Gitarre an den Tieftöner wechselte und Arne Berents, manchen von uns noch aus seiner Zeit bei BK 49 bekannt, den validen Posten des zweiten Gitarristen übernahm.
Nach mehrmaligem Rezipieren musste ich feststellen, dass die aktuelle Scheibe des Quartetts gar nicht schlecht beginnt, aber erst mit dem fünften Track, 'Contact', so richtig in Fahrt kommt und auch bis zum neunten Song, 'Poison Gas', das Tempo sowie das spielerische Niveau hält, nur um mit der Abschlussnummer 'The End' den ultimativen Dämpfer zu präsentieren. So stark wie ''The Next Offensive' ist 'Forward Into Darkness' also keineswegs, weist allerdings auch keinen Stinker auf und präsentiert zumindest fünf Beiträge, die richtiggehend stark sind. Daher gibt es von mir eine wohlverdiente L-Wertung.

Rippenspieß

XXL WertungL

Tracklisting:

01. Submerge
02. Until You Died
03. Royal Blood Dethroned
04. We're All Condemned
05. Contact
06. Violence
07. In The Deep There Is No God
08. Face Down
09. Poison Gas
10. The End

Anaal Nathrakh - A New Kind Of Horror

Anaal Nathrakh 2018Label: Metal Blade Records

Spielzeit: 32:55 min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 28. September

Die durchgeknallten Briten von Anaal Nathrakh setzen erneut zum Vernichtungsschlag an. "A New Kind Of Horror" schimpft sich der bereits zehnte Streich und dieser liefert die gewohnt an der Grenze zum Wahnsinn stehende Mixtur aus Black Metal, Grindcore und einen immer größer werdenden Einfluss elektronischer Komponente.
In gerade einmal einer knappen halben Stunde zerbombt die Band alles, zieht den Knüppel knallhart durch und klingt dabei trotz Dauerfeuer abwechslungsreich. Abnormale Geschwindigkeit wird weiterhin auf bestialische Art und Weise mit hymnischen Passagen gekreuzt. Auch auf "A New Kind Of Horror" spielt die Band ihren Schuh auf fast schon zu routinierte Art und Weise runter. Das Album beschäftigt sich mit den Grausamkeiten des Krieges, sowie der Aufbruchsstimmung unwissender Soldaten, die statt erhofften Ruhm zumeist nichts als den Tod fanden.

Passend zum Thema gibt sich die Platte in ihrem Wahnsinn zeitweise euphorisch oder flechtet geschickt die Geräusche feuernder Waffen in die Songs ein, und stößt dabei mehr als einmal in fast schon corige Gebiete vor.
Die Vocals ziehen dabei wieder alle Register, infernalisches Geschrei oft mit Effekten bis ins unmenschliche verfremdet, spuckt Sänger V.I.T.R.I.O.L Gift und Galle, nur um im nächsten Moment epochale klare Melodien auf den Hörer rasseln zu lassen. Bedrohlich klingt er dabei immer. So rangieren die Songs zwischen pervers morbider Epik und purem Hass, unterhalten aber durch die Bank auf konstant gleichem Niveau.

Im Westen nichts Neues. Anaal Nathrakh liefern genau das, was man seit Jahren von der Band gewohnt ist. Ein neues "Eschaton" ist es auch diesmal nicht geworden, dazu fehlt der Überraschungseffekt und somit auch die Durchschlagskraft des Albums. Anaal Nathrakh unterhalten trotzdem, die halbe Stunde macht mächtig Laune und das Gehirn wird einmal kräftig durchgeschüttelt. Wie heißt es so schön in einem bekannten Videospiel: "Krieg bleibt immer gleich", ein Zitat, als wäre es der Band auf den Leib geschrieben worden.

Sascha Scheibel

XXL WertungL

Tracklist:

1. The Road to… 01:49
2. Obscene as Cancer 03:03
3. The Reek of Fear 03:20
4. Forward! 03:29 Show lyrics
5. New Bethlehem/Mass Death Futures 03:27
6. The Apocalypse Is About You! 03:02
7. Vi Coactus 03:43
8. Mother of Satan 03:25
9. The Horrid Strife 03:27
10. Are We Fit for Glory Yet? (The War to End Nothing) 04:10

Kult - The Eternal Darkness I Adore

Kult 2018xxlLabel: Folter Records

Spielzeit: 44:15 min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Nun, die schnellsten sind die Italiener von Kult definitiv nicht, so betrug die Wartezeit vom ersten Album ("Winds of war" - 2006) zum zweiten ("Unleashed from dismal light" - 2013) glatte sieben Jahre und auch auf das neue Werk "The eternal darkness I adore" mussten die Fans weitere fünf Jahre warten. Aber dafür liefern die Kollegen ein verdammt geiles Teil ab, das dann doch ordentlich Boden wieder gut macht. Was erwartet uns? Ganz einfach: Klassischer Black Metal ohne Firlefanz und Tralala, der knallhart auf den Punkt kommt und die altbewährten Tugenden der Szene hochhält. Aggressiv, misanthropisch und mit einer bösartigen Atmosphäre versehen, so kennt man es aus den frühen Neunzigern und dieses Rezept schmeckt auch heute noch ausgezeichnet - vor allem, wenn man es derart konsequent und qualitativ hochwertig umsetzt, wie die Musiker aus der Lombardei. Nichts gegen neue und moderne Strömungen im Black Metal, aber es tut schon gut, dass es immer noch gute Bands gibt, die im besten Sinne "altmodisch" drauflos prügeln. Ein richtig gutes Album, kann ich nur wärmstens weiter empfehlen!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Intro 02:05 instrumental
2. The Eternal Darkness I Adore 05:43
3. Pandemonium 04:40
4. Black Drapes 04:55
5. Reaping the Flock 05:35
6. Canticle of Thorns 04:54
7. Hopestrangler 04:31
8. Gruesome Portrait 04:37
9. Devourer of the Night 07:15

Mare - Ebony Tower

mare 2019xxlLabel: Terratur Possessions

Spielzeit: 44:30 min.

Genre: Nidrosian Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 24. September

Sicherlich ist Euch ähnliches allen schon passiert: Da kommt die Tage meine kleine Nichte (gerade eingeschult!) auf mich zu und fragt: "Onkel Christian, was ist eigentlich Nidrosian Black Metal?" Tja, wie erkläre ich das jetzt der Kurzen? Eigentlich eine recht schwierige Aufgabe, aber Gottseidank ist doch letztens das (langerwartete!!) erste Album der norwegischen Kult-Truppe Mare erschienen und das Teil ist ungelogen die ultimative Blaupause für jenen Sound. Meines Erachtens ist dieses Subgenre eine ziemlich überflüssige, künstlich erschaffene Geschichte, denn wir haben doch eigentlich schon genug Schubladen, oder nicht? Was aber nichts mit der Qualität des hier präsentierten Albums zu tun hat, denn "Ebony tower" ist absolut großartig geworden. Egal, wie man es nennen mag - die fünf überlangen Songs sind majestätisch, kraftvoll und mit einer intensiv/mystischen Atmosphäre ausgestattet. Was niemanden überraschen dürfte, der schon mal was von den Kollegen gehört hat. Garstiges Kreischen trifft auf Klargesang (der gerne mit viel Hall unterstützt wird!) und dass man im Hause Mare gerne Burzum" hört, merkt man auch recht flott. Die leichte Monotonie hat etwas hypnotisches und zieht den Hörer schnell in ihren Bann. Auch wenn ich mich wiederhole: Großartig!!!
PS: Meine Nichte ist jetzt übrigens auch Black Metal Fan und will sich deshalb in Kürze von ihrer Goregrind-Sammlung trennen...

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Flaming Black Zenith 07:10 S
2. Blood Across the Firmament 08:06 
3. These Foundations of Darkness 06:31 
4. Nightbound 10:22
5. Labyrinth of Dying Stars 12:21

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