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Killing Addiction - Omega Factor

Killing AddictionLabel: Xtreem Music

Spielzeit: 79:57 min.

Genre: Old School Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Ich hatte eigentlich gedacht, ich würde mich beim Death Metal und seiner Geschichte ganz gut auskennen, aber von der hier aufspielenden Kapelle aus Florida habe ich bis jetzt echt noch nie etwas gehört. Dabei gehört sie eindeutig zu den Pionieren ihrer Zunft, denn sie existierte zwischen 1989 und 1998 und hat bereits 1993 den vorliegenden Longplayer veröffentlicht. Egal, diese eklatante Wissenslücke wurde ja nun endlich dank den Kollegen bei Xtreem geschlossen. Man kann sich also schon ein wenig vorstellen, was hier musikalisch auf einen wartet - jawohl, es ist total geiler (und vor allem 100% authentischer!!) Old School Rumpel Death Metal der US-Schule. Das Ganze ist zwar noch ziemlich holperig angelegt, aber dennoch mit dem eindeutigen Versuch, alles mit einer gewissen Eigenständigkeit und mit Niveau einzuprügeln. Dadurch entwickelt das Album einen ganz besonderen Charme, was natürlich vor allem durch sein Alter begründet ist. Immer wieder nett, so eine Reise in die Vergangenheit! Was mir an dieser Neuauflage besonders gut gefällt: Die Spanier haben ganz tief in der Mottenkiste gebuddelt und auch noch das "Legacies of terror"-Demo von 1990 und die "Necrosphere"-EP von 1991 der Amerikaner als Bonus dazugelegt (Sind insgesamt sieben Tracks!). Die Songs dieser Veröffentlichungen sind natürlich noch eine ganze Ecke räudiger und simpler gehalten, aber mir gefällt so was ja immer extrem gut (ich bin eh ein großer Freund von Demos und finde es immer sehr geil, wenn bekannte Bands irgendwann ihr ganzes Demo-Zeug nochmal neu als CD (oder noch besser: Vinyl!!) herausbringen. (Aber bitte ohne die Musik in irgendeiner Weise zu bearbeiten oder zu verändern!!) Dies alles wurde hier hervorragend umgesetzt, was zwar auf der einen Seite bedeutet, dass der Sound selbstverständlich so seine Schwächen hat, der Spaß dafür aber absolut echt und unverfälscht präsentiert wird. Übrigens hat sich die Band 2006 reformiert und seitdem ein Album und zwei EPs eingespielt. Ob die Sachen allerdings so geil sind, wie ihre Frühwerke kann ich leider nicht sagen. An der Wiederveröffentlichung von "Omega Factor" habe ich zumindest meine helle Freude!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Omega Factor
2. Equating the Trinity
3. Nothing Remains
4. Dehumanized
5. Altered at Birth
6. Necrosphere
7. Global Freezing
8. Impaled
9. Necrosphere [7" EP '91]
10. Covenant of Pain [7" EP '91]
11. Impaled [7" EP '91]
12. Nothing Remains [Demo '90]
13. Well of Souls [Demo '90]
14. Condemned [Demo '90]
15. Necrosphere [Demo '90]

Skeletal Remains – Devouring Mortality

skeletal remains 2018xxlLabel: Century Media Records

Spielzeit: 44:36 min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Hörprobe: Youtube

Album kaufen: sm-metal-shop

VÖ-Datum: 13. April 2018

Hurra! Skeletal Remains sind wieder da! Ich verfolge die vier Kalifornier bereits seit einigen Jahren und vor allem ihr letztes Album ist seit seinem Erscheinen unzählige Male durch meinen Plattenspieler rotiert und jedem der es wissen wollte, (oder auch nicht) habe ich vollmundig prophezeit, dass Skeletal Remains das nächste dicke Ding im Death Metal wird. So ganz unrecht scheine ich damit nicht zu haben, wenn ich mir ansehe, dass die Jungs vom deutschen Qualitätslabel F.D.A zum Globalplayer Century Media gewechselt sind. Was sicherlich schade ist für F.D.A., die damit eines ihrer stärksten Pferde im Stall verloren haben.
Wie schlägt sich denn „Devouring Mortality“ im Vergleich zum bärenstarken Vorgänger? Ein klarer Sprung ist zwar nicht zu erkennen, aber das Niveau wird ohne Abstriche gehalten und das ist auf diesem hohen Standard schon eine beachtliche Leistung. Vor allem für das verflixte dritte Album.
Insgesamt geht es wesentlich technischer und vertrakter zur Sache, als auf „Condemned to Misery“, wobei ich mir sicher bin, dass es genug Leute gibt, denen das extrem zur Freude gereicht.
Ansonsten leben und atmen Skeletal Remains den amerikanischen old school swagger wie kaum eine andere Band heutzutage. Ich würde, ohne mit der Wimper zu zucken sogar sagen, dass die Jungs für dieses Jahrzehnt das sind, was Morbid Angel für die 90er waren. In einer Zeit, die mit Veröffentlichungen überschwemmt wird, ist es natürlich schwerer auf sich aufmerksam zu machen, aber ich bleibe auch nach dem Genuss von „Devouring mortality“ bei meiner Aussage. Skeletal Remains sind mit diesem Album einen großen Schritt weiter darin gekommen, DAS dicke Ding im Death Metal zu werden.

Kai B.

XXL WertungXXL

Tracklist:

1. Ripperology
2. Seismic Abyss
3. Catastrophic Retribution
4. Devouring Mortality
5. Torture Labyrinth
6. Grotesque Creation
7. Parasitic Horrors
8. Mortal Decimation
9. Lifeless Manifestation
10. Reanimating Pathogen
11. Internal Detestation

Evil Warriors - Fall From Reality

Evil WarriorsxxlLabel: War Anthem Records; Into Endless Chaos

Spielzeit: 46:35 min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Soundcloud

VÖ-Datum: bereits erschienen

Kurz vorweg kann man dieses Album mit drei Aussagen bewerten: Scheiß Cover, scheiß Bandname, brillante Musik. Dabei wollen wir es aber natürlich nicht belassen, denn wenn ich mir die bisherigen Reviews zu „Fall from Reality“ anschaue, gibt es kaum eine Band aus der alten norwegischen Garde, die nicht zum Vergleich heran gezogen wurde, das weckt natürlich Erwartungen. Ob Emperor, Immortal, Satyricon, Mayhem, alle Namen wurden in den Ring geworfen und alle zu Recht. Dabei will ich hier gar nicht großartig einzelne Passagen den genannten Vorbildern zuordnen, denn nach einem verhackstückten Tribute klingt die Platte keineswegs. Aber es ist die Atmosphäre, die hier auf ziemlich einzigartige Weise neu belebt wird. Beim ersten Hördurchgang schossen mir nicht umsonst die Erinnerungen in den Kopf, wie ich damals in meinem Kinderzimmer das erste mal „In the nightside ecplise“ oder „Pure Holocaust“ hörte.
Hinter der Band mit dem etwas schrulligen Namen stecken erwartungsgemäß aber auch keine Rookies, sondern erfahrene Musiker aus der ohnehin starken Leipziger Untergrundszene. Wenn man die anderen Combos aus dem Umfeld um Infernal Invokation und Konsorten kennt, dann weiß man, dass das Gespür für den richtigen Klang, die Strukturen und das Drumherum gegeben ist. Da ist es dann auch kein Wunder, dass man über die gesamte Dreiviertelstunde einen erstklassigen Mix aus alter, norwegischer Schule mit einem soliden Death/Thrash Unterbau bekommt.
Ich möchte hier gar nicht in Lobhudelei versinken, sondern das Urteil so kurz und kompromisslos halten wie die Scheibe. „Fall from reality“ hat das Zeug zu einem Instant-Klassiker und ich bin echt gespannt wer, beim Rennen um das Black Metal Album des Jahres da nochmal in konkurrierende Reichweite kommen möchte. Pflichtkauf.

Kai B.

XXL WertungXXL

Tracklist:

1. Fall From Reality
2. Excess
3. Pillow Of Cold Water
4. Reincarnation
5. Idleness and Doom
6. Mania and Passion
7. Worthless Wretch
8. All The Stars

The Stone - Teatar Apsurda

the stone 2018xxlLabel: Mizantropeon Records

Spielzeit: 48:38 min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Geschlagene vier Jahre nach ihrem grandiosen "Nekroza"-Album kommen die serbischen Black Metaller mit einem neuen Werk über die Balkanroute zu uns. War die 2014er Platte ein extrem brutales und gewalttätiges Teil, so kann man bei "Teatar apsurda" schon so einige kleine Veränderungen im Sound der Kollegen erkennen. Keine Sorge, natürlich verpflegt man uns im Hause The Stone noch immer mit hochwertigem orthodoxen Black Metal, allerdings wird anno 2018 nicht mehr nur aufs Gaspedal gedrückt. Es wird gerne mal in den Midtempo-Bereich gewechselt und auch ein paar Melodien finden sich auf einmal in den Songs wieder. Aber jetzt bitte nicht an Mainstream-Black Metal denken, oder in Panikattacken ausbrechen, dass die Herren aus Belgrad verweichlicht wären - die erwähnten Elemente sind ausgesprochen dezent aufgebaut und eingebaut, so dass an keiner Stelle die nötige Aggression vermisst wird. Ganz im Gegenteil ist das neue Album so vielleicht ein wenig "erwachsener" ausgefallen und gewinnt damit eher an Niveau, gute Songschreiber sind die Serben um Bandkopf Kozeljnik ja immer schon gewesen. Wer sich übrigens über das unbekannte Label wundert: The Stone haben ihr eigenes gegründet, um noch eigenständiger und unabhängiger arbeiten zu können (obwohl sie mit Folter Records ja ein verdammt gutes Label hatten), was man ja verstehen kann. Wer bislang von der Arbeit der Band begeistert war, der kann (und muss!) auch dieses Mal wieder bedenkenlos zuschlagen, ich habe allerdings gehört, dass es etwas schwierig sein soll, an das Teil heranzukommen (was ich mir heutzutage eigentlich kaum vorstellen kann...), aber die Suche wird sich definitiv lohnen!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Gavranovo 07:36
2. Mrtvog negativ 05:53
3. Moj grob 07:09
4. Nuklearan 06:03
5. Ja, car i bog 07:17
6. Harmonija u haosu 06:02
7. Teatar apsurda 08:38

Solstice - White Horse Hill

solstice coverxxlLabel: Invictus Productions

Spielzeit: 46:54 min.

Genre: Epic Doom

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Ein weiterer Feiertag für alle Doom-Fans. Nachdem uns im letzten Jahr bereits die schwedische Legende Stillborn mit ihrem grandiosen Comeback-Album "Nocturnals" beglückt hat, kommt nun eine weitere Kult-Doom-Kapelle von den Toten zurück: Solstice aus England sind wieder da!!!! Zwanzig Jahre nach "New Dark Age" (Misanthropy Records - 1998) gibt es endlich (!!!!) wieder was Neues von den Kollegen zu hören. Ok, für absolute Die-Hard-Fans der Band ist das nicht ganz so neu, denn gut die Hälfte der Songs gab es bereits auf der 2016 erschienenen LP "To sol a thane" zu hören. Da dieses Schmuckstück allerdings auf popelige 107 Exemplare limitiert gewesen ist, dürfte für 99,9% der Menschheit der hier vorliegende Longplayer komplett unbekannt sein. Und was soll ich sagen? Die Burschen sind so gut wie nie zuvor (und das will was heißen, sind ihre beiden vorangegangenen Alben doch absolute Kult-Geschosse in der Doom-Gemeinde!) Was die Musiker hier abgeliefert haben ist nichts weniger als Epic Doom der absoluten Spitzenklasse!! Traumhafte Songs, die ergreifend und intensiv sind und mich sofort gepackt haben. Die Atmosphäre ist melancholisch, aber nie hoffnungslos und verzaubert auch den härtesten Black Metaller! Sänger Paul Kearns singt wie ein junger Gott und zaubert mir eine Gänsehaut an ganzen Körper. Die Songs sind episch und gleichzeitig gefühlvoll, mit herrlichen Folk-Elementen und mit einem perfekten Sound versehen. Ein Meisterwerk! Ganz ehrlich, seit dem Abschiedsalbum von Pagan Altar ("The room of shadows" - Review hier!) hat mich echt keine Platte aus dem Doom-Bereich so berührt wie "White horse hill" und ich bekomme ja wirklich so einiges an Mucke zu hören... Einfach nur großartig!!!

Christian Hemmer

XXL WertungXXL

Tracklist:

1. III
2. To Sol A Thane
3. Beheld, A Man Of Straw
4. White Horse Hill
5. For All Days, And For None
6. Under Waves Lie Our Dead
7. Gallow Fen

Lumnos - Ancient Shadows of Saturn

Lumnos  xxlLabel: Flowing Downward Records

Spielzeit: 51:34 min.

Genre: Ambient/Atmospheric Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Kosmisch geht es zu bei der brasilianischen Formation (bzw. Ein-Mann-Projekt) Lumnos. Ausladende Keyboardklänge treffen auf sehr ruhigen und eher verträumten als melancholischen Depri-Black Metal und garniert wird das Ganze mit vielerlei passenden Elementen, wie Klargesang, elektronischen Klängen und viel Ambient-Sound. Das harmoniert ausgezeichnet miteinander und es wird eine sanfte und sphärische Atmosphäre erzeugt, die den Hörer auf eine Reise durch das Universum mitnimmt. Ohne Zweifel ein Album, für das man sich Zeit nehmen sollte und das man auf gar keinen Fall bei Tageslicht hören darf!! Ich habe mir "Ancient shadows of Saturn" das erste Mal so gegen Mitternacht und 1:00 Uhr angehört - kann ich nur empfehlen! Aber nur noch mal zur Warnung: Die Musik ist definitiv weit mehr Ambient als Black Metal und lädt eher zum Träumen, als zum Abbauen von Aggressionen ein. Leider verfranzt sich der Kollege hier und da in einer gewissen Ideenlosigkeit und kreieren damit doch so einige Längen, die den positiven Gesamteindruck dadurch etwas abschwächen. Da wären ein wenig kürzere und damit kompaktere Songs vielleicht etwas besser gewesen. Trotzdem hat die Platte ihren ganz eigenen Reiz und lieber ein paar Längen, als niveauloses Keyboard-Geklimper ohne Eier und ohne Seele! Mir gefällt es auf jeden Fall ganz gut! Auf zum Saturn...

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

1. I am Born From a Star 12:09
2. Primordial Darkness 10:43
3. Ancient Shadows of Saturn 10:35
4. No Soul is Near 09:08
5. Existentialism 08:59

Whipstriker - Merciless Artillery

Whipstriker  Label: Hells Headbangers

Spielzeit: 30:05 min.

Genre: Black Speed Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Das letzte Mal sind mir die Brasilianer 2016 begegnet, als Folter Records die "Seven Inches of Hell"-Compilation auf Vinyl wiederveröffentlicht hatten (Review hier!). Da das Original von 2014 war und die Kollegen seitdem wieder unzählige Splits (und sogar ein ganzes Album!) veröffentlicht haben, dürfte es nicht verwundern, dass im Januar bereits der zweite Teil der Compilation erschienen ist. Das nur so nebenbei, denn hier geht es um den ganz frischen Longplayer "Merciless artillery"! Musikalisch ist alles wie gewohnt: Venom treffen auf Motörhead und machen fröhlich Krach! Ist halt nur was für Spezialisten (wie meine Wenigkeit zum Beispiel!!), aber genau diese Zielgruppe wird (wie immer) einen Heidenspaß an der Platte haben. Dass dabei der "AC/DC"-Faktor auftritt, (kennste eine Platte, kennste alle...) ist so selbstverständlich wie nur irgendwas, aber Fans dieser Spielart des Metals wissen das und es ist ihnen scheißegal! "Merciless artillery" knallt wie Sau, macht ordentlich Spaß und ist damit der perfekte Soundtrack für die nächste Metal-Party bei Oma und Opa. Liebt man, oder hasst man, ich bevorzuge ersteres! Das einzige Manko an der Platte ist die doch sehr kurze Spielzeit von nur einer knappen halben Stunde, da hätte man ruhig mehr drauf packen können!

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

1. Merciless Artillery 04:19
2. Rape of Freedom 03:17
3. Calm After Destruction 03:34
4. Mantas´Black Mass 04:06
5. Soldier of Sodom 04:00
6. Warspell 02:22
7. Enemies Leather 03:22
8. Bestial Hurricane 05:05

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