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Malokarpatan - Nordkarpatenland

MalokarpatanxxlLabel: Invictus Productions

Spielzeit: 45:34 min.

Genre: Black  Metal

Info: Facebook

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: 31. Oktober 2017

Bald ist wieder ein Freudentag, das neue Album von Malokarpatan steht vor der Tür. Das slowakische Folklorekommando liefert erneut mit ihrem zweiten Album "Nordkarpatenland". 2015 quasi aus dem Nichts erschienen, war das Debüt "Stridzie dni" eines der besten Oldschool Black Metal Alben des Jahres. Zwischen Masters Hammer und Venom und dezentem Mercyful Fate Einfluss, gelang der Band ein beachtlicher Überraschungserfolg.

„Nordkarpatenland“, wieder mit einem großartigen Cover, welches die Musik perfekt einfängt ausgestattet, macht genau dort weiter. Hier wird herrlich rotzig gerifft und gekeift. Das ganze Material dreht sich um traditionelle slowakische Folklore, verbotene Substanzen und lässt wahres Wald- und Wiesenfeeling aufkommen. Groteske Bilder entstehen im Kopf, Bilder von Kobolden, die unter der Erde wohl den ein oder anderen Pilz zu viel genascht haben.
Dabei ist die Musik eigentlich weniger primitiv, als es zuerst den Anschein machen könnte. Malokarpatan verstehen sich meisterhaft darin, ihre simpel erscheinenden Songs durch Brüche an der Basis mit der nötigen Portion Abwechslung zu garnieren.
In dem Moment wo beispielsweise fast schon orientalisch anmutende Melodien Einzug halten, wundert sich der aufmerksame Zuhörer, hört aber ebenso fasziniert zu.
Wenn der fünfte Song, dessen Namen ich mir hier mal spare, da viel zu lang, ein astreines Rock Riff das Lied eröffnet, dabei aber nichts von seiner Kauzigkeit verliert ist das schon grandios. Die Scorpions treffen auf Black Metal, und ich dachte schon, ich hätte alles gehört. Spätestens wenn dann im sechsten Track ein traditioneller Clean Vocal Part auftritt ist man ganz tief drin, in dieser anderen Welt, die so wohl nur in Märchenbüchern und alten Legenden existiert.

Generell weiß das Album immer wieder mit feinen Details zu begeistern und strahlt eine ungeheure Spielfreude aus. Vom Artwork, über die optimale Länge der Songs, der Abwechslung und der Produktion. Angenehm rumpelig, dabei aber mit dem nötigen Fokus auf alle Instrumente.
Die sanften Interludes, die märchenhafte Atmosphäre machen Nordkarpatenland zu einem uneingeschränkt zu empfehlenden Album, vielleicht zu einem der Besten des Jahres. Viel Zeit bleibt anderen Bands jedenfalls nicht, an diesem phänomenalen Zweitwerk vorbeizuziehen. Also, jeder der auf skurrile Atmosphäre, alte vergessene Schauergeschichten oder einfach nur auf ein wunderbares Black Metal Werk im Stile der ersten Welle steht, sollte nicht nur reinhören nein, der sollte kaufen und diese absolut fantastische Band unterstützen. Niemand wird enttäuscht sein.

Sascha Scheibel

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Nordkarpatenland
2. V okresném rybníku hastrman už po stáročá vyčína
(In the provincial pond, a water goblin has been raging for centuries)
3. Ked starého Bartolína ze šenku na táčkach zvážali
(When old Bartolín was driven back home from the tavern on a wheelbarrow)
4. Ked svetlonosi započnú v močariskách nazeleno svícit
(When will-o'-the-wisps begin to shine green in the bogs)
5. Nedlho po púlnoci opacha sa doplazila z dzíry
(Not long after midnight, the abomination has crawled out of the hole)
6. V hustej hore na stračích nohách striga chalupu svoju ukrýva
(Within the dense woods, the witch is hiding her hut on magpie legs)
7. Ked gazdovi upeleší sa v chyži nezdoba zmok
(When a bugger kobold settles down in the farmer's household)
8. V rujnovej samote pocichu dumá lovecký zámek zvlčilého grófa
(In October's solitude, silently the hunting chateau of the wolfish count is brooding)
9. Na horárni ve folvarku šafári rohatý jáger
(A horned jaeger governs the gamekeeper's lodge in the uplands)
10. Ve starém mlyne čerti po nocách mariáš hrávajú
(Devils are playing whist at nights in the old water mill)

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