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Vreid - Lifehunger

vreidxxlLabel: Season of Mist

Spielzeit: 38:39 min.

Genre: Norwegian Black 'n Roll

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 28. September

Vreid, oh Vreid, ihr macht es einem echt nicht leicht. Gefühlt klingen die Norweger auf jedem neuen Album ein Stück anders als zuvor. Gut getan hat ihnen der ständige Wechsel des Sounds meiner Ansicht nach nicht. Zu Beginn ihrer Karriere noch mit großer Black n Roll Schlagseite gestartet, änderte sich der Kurs zunehmend und nach dem tollen "V" Album wurde es zunehmend konfuser.

"Lifehunger" macht da leider keine Ausnahme. Man müsste meinen es wäre der Band ein leichtes, Windirs Erbe zumindest in Nuancen weiterzuführen. Statt aber erhabene Gitarrensalven und folkloristische Melodien in ihre Lieder einzubauen, zelebrieren Vreid ihre ganz eigene Mischung aus melodischem Black Metal und vielen weiteren Einsprengseln. Das klingt auf dem Papier zunächst einmal interessant, will in der Praxis aber nicht so recht zusammen passen. Auch wenn man die Windir Vergangenheit komplett ausblendet, ist "Lifehunger" ein nicht wirklich überzeugendes Album geworden.

Startet der nach einem akustischen Intro folgende Opener "Flowers & Blood" zunächst furios blastend und spielt angenehm mit klar gesungenen Vocals, fühlt er sich in letzter Konsequenz eher an wie ein Melo-Death Song. Der folgende Titeltrack variiert angenehm den Rhythmus und bietet schön nordisch klingende Knüppelpassagen und ein feines Solo. "The Dead White" folgt und erste Abnutzungserscheinungen kristallisieren sich heraus. An und für sich ein solider Song, folgt er jedoch fast 1:1 dem Vorgänger und bietet wenig Neues.
Song Nummer Fünf, namentlich "Hello Darkness", startet dann zunächst einmal interessant, erschreckt aber ziemlich schnell mit schrägem Gastgesang des Frontmannes von Solstafir. Das hört sich wie gewollt und nicht gekonnt an und passt so gar nicht in die bisherige Struktur des Albums. Die erhoffte angenehme Abwechslung liefert dieses Lied also auch nicht.

Das Album endet mit der Instrumentalnummer "Heimatt", das wohl beste Stück des Albums. Hier erschaffen Vreid eine sehnsüchtige Atmosphäre und lassen einiges an ungenutztem Potential durchklingen. Es will sich mir nicht so ganz erschließen, für wen dieses Album wohl am Besten geeignet sein könnte. Ich will es mal so sagen: Vreid hauen hier ein handwerklich gut gemachtes solides Extrem-Metal Album raus, das sich leider nicht sonderlich kreativ zeigt und irgendwie verzweifelt nach eigener Identität sucht. Freunde des einmaligen Sounds von Windir sei hier noch das Debüt Album der ebenso quasi Nachfolgeband Mistur ans Herz gelegt. Diese verneigen sich angenehm vor ihren Wurzeln, klingen dabei aber nicht wie eine Tributeband.

Sascha Scheibel

XXL WertungM

Tracklist:

1. Flowers & Blood (1:50)
2. One Hundred Years (5:39)
3. Lifehunger (5:36)
4. The Dead White (4:59)
5. Hello Darkness (4:39)
6. Black Rites in the Black Nights (6:26)
7. Sokrates Must Die (3:29)
8. Heimatt (6:01)

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