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Die Krupps: V - Metal Machine Music

diekrupps mmmusic smLabel: Steamhammer / Oblivion / SPV

Spielzeit: 48:46 Min.

Genre: Industrial

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 28. August 2015

 

Dies ist mitnichten das Comeback der Krupps, welches die Welt bereits 2013 mit dem deutlich EBM-lastigeren „The Machinists Of Joy“ gesehen hat. Jedoch ist es – die römische Betitelung sowie der Name „Metal Machine Music“ zeigen dies sofort auf – das Comeback des Neunziger-Jahre-Sounds der Band. „V: Metal Machine Music“ bewegt sich stilistisch zwischen diesen Krupps-Klassikern, Stabbing Westward und phasenweise Ministry – leider schimmert aber auch immer wieder traditionell teutonische Plattheit durch. Atrocity in ihren schlimmsten Momenten oder auf die Tanzfläche schielende Crematory sind hier vermutlich die offensichtlichsten Assoziationen.

Dennoch lässt sich das Album gut anhören, ohne zu irgendeiner Sekunde überraschend, innovativ oder aufregend zu sein. Stattdessen bleibt als Erkenntnis, dass dieser Sound mittlerweile mindestens ebensolchen Staub angesetzt hat wie ganz alte NWOBHM-Schoten und heutzutage nicht weniger anachronistisch klingt als eine stilistisch überhaupt nicht mit den Krupps zu vergleichende Band wie etwa Black Trip.

Manches klingt auf „V: Metal Machine Music“ leider etwas wie standardisierte Fließbandware („Vampire Strikes Back“, „Branded“, „The Red Line“) und insbesondere in den beiden deutschen Titeln wird es von textlicher Seite her regelrecht unbeholfen sowie durch die gesangliche Intonation unfreiwillig peinlich („Du stehst auf starken Schmerz / Du hast ein kaltes Herz / Du bist innerlich zerrissen / Dich plagt mitunter dein Gewissen / Du stehst auf perverse Spiele / Nur das gibt dir wahre Gefühle“ - „Kaltes Herz“).

Drei offensichtliche „Hits“ hat das Album aber immerhin zu bieten: „Alive In A Glass Cage“ bedient sich stark in den Achtzigern und klingt wie Camouflage oder frühe Depeche Mode mit Gitarren (und wo wir gerade ohnehin bei Depeche Mode sind: man achte auf den Beginn von „Bonded By Blood“!), „Battle Extreme“ wartet mit einem ordentlichen Punch auf und „Fly Martys Fly“ ist - in musikalischer Hinsicht - ein Tanzflächenfeger par excellence, welcher lyrisch jedoch völlig ins Fettnäpfchen tritt und den Germanwings-Todesflug 9525 aus dem zurückliegenden Frühjahr aufbereitet, entsprechende Nachrichtensamples inklusive. Ich kann mir nicht helfen, es fühlt sich in dieser Form der Umsetzung sowie nur wenige Monate danach wahnsinnig abgeschmackt an. Soll hier etwa eine die Verkaufszahlen befördernde Kontroverse erschaffen werden? Schade um den eigentlichen Höhepunkt der Platte ist es allemal.

Insgesamt betrachtet ist „V: Metal Machine Music“ gelungen, weist jedoch auch deutliche Schwachstellen auf. Neueinsteiger sollten sich zuerst die Alben aus den Neunzigern zulegen.

Daniel Lofgren

XXL WertungM

Tracklist:

1. Die Verdammten (Prelude)
2. Kaltes Herz
3. Battle Extreme
4. Fly Martyrs Fly
5. The Truth
6. Road Rage Warrior
7. Vampire Strikes Back
8. Alive In A Glass Cage
9. Branded
10. Kaos Reigns
11. The Red Line
12. Bonded By Blood
13. Volle Kraft voraus

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